Magdeburg l Kurz nach der Tagesschau wurde es dunkel über Magdeburg. Von Süden nach Norden zog ein schweres Unwetter mit Sturmböen über die Elbestadt und hinterließ zahlreiche Spuren wie herabgefallene Äste auf den Gehwegen und umgestürzte Bäume auf den Straßen. So musste die Ringauffahrt an der Ebendorfer Chaussee gesperrt werden, weil ein Baum quer über der Fahrbahn lag. "Das musste ja irgendwann mal passieren", meinte ein direkter Anwohner. Er hatte Glück, der Baum reichte nicht bis an seinen Gartenzaun.

Gleich um die Ecke im Milchweg war direkt vor dem Hochhaus ebenfalls ein Baum auf die Straße gestürzt. Hier hatte er jedoch eine Straßenlaterne mit sich gerissen. Weil sie offenbar noch unter Strom stand, versuchten Anwohner die Autofahrer im Dunkeln vor der Gefahr zu warnen. Pascal Pauleck war einer von ihnen, in T-Shirt und Badelatschen wartete er über eine Stunde im strömenden Regen auf das Eintreffen der Rettungskräfte.

Die waren an diesem Abend im Dauereinsatz. Aus vielen Stadtteilen kamen die Meldungen herein. "Wir haben alles dabei: Bäume auf Oberleitungen, Bäume auf Straßen, vollgelaufene Keller, ausgelöste Brandmeldeanlagen wegen Blitzeinschlag, ein Garagenbrand", zählte Feuerwehrsprecher Olaf Derlath auf. Weit über 60 Einsätze standen an, die komplette Feuerwehr sowie Einsatzkräfte des THW waren im Einsatz. Ihre Sirenen waren bis spät in den Abend zu hören. Eine genaue Schadensbilanz für das Unwetter wird es erst am Wochenende geben, so Derlath am späten Abend.