Magdeburg l Das Kuratorium Industriekultur in der Region Magdeburg stellt die Weichen, um dem Technikmuseum über den 31. Mai hinaus treu bleiben zu können. Dann wird die Einrichtung in der Grusonschen Werkshalle nach 13 Jahren in Trägerschaft des Vereins in die Verantwortung der Stadt übergeben und ein hauptamtlicher Leiter seine Arbeit aufnehmen. Um sich weiterhin einbringen zu können, stimmten die Mitglieder nun bei einer Versammlung für die Umwidmung zum Förderverein des Technikmuseums. Dass das Votum einstimmig ausfiel, „ist auch ein Zeichen dafür, dass es Zeit wird, mit einem neuen Blick das Museum weiter voranzutreiben“, so Gerhard Unger.

Der Vorsitzende verwies dabei auf das fortgeschrittene Alter der Akteure des Kuratoriums, dass sich vor 15 Jahren mit dem Zweck gründete, das Museum an der Dodendorfer Straße zu retten, wenn man so will. Damals war es nur drei Tage in der Woche geöffnet – in den Wintermonaten blieb es gänzlich geschlossen. „Die Industriekultur ist das, was die Stadt und die Region groß gemacht hat – das sollte dokumentiert werden“, so der 79-Jährige weiter. Dies sei gelungen. Mehr noch: Mit Kooperationen mit der Hochschule und der Universität konnten auch Projekte mit Studenten sowie mit Schulen gestartet werden, um den Nachwuchs für Technik zu interessieren. 185 Mitglieder konnte der Verein mobilisieren und einige Exponate wie Dampfmaschinen nicht nur vor dem Verfall gerettet, sondern wieder flottgemacht werden, so ein Auszug der Verdienste.

Museum bleibt geöffnet

Der Blick zurück ist das Ding des Kuratoriums nicht. Das beschäftigt sich bereits mit der Zukunft. Denn auch über den Trägerwechsel hinaus „möchten wir dazu beitragen, dass das Museum für Besucher aus Magdeburg und der Region sowie Touristen offensteht und etwas zu bieten hat“, so Unger weiter, der nicht nur Leiter des Technikmuseums, sondern auch so etwas wie das Gesicht ist.

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Am 1. Juni nimmt ein neuer Leiter seinen Platz ein mit dem Ziel, den geplanten Ausbau des Museums konzeptionell vorzubereiten. Die Einstellung sollte bereits im Vorjahr erfolgen, doch die damalige Ausschreibung hatte keinen Erfolg und musste neu gestartet werden.

Sitz im Beirat

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Kulturhistorischen Museum ist vor Monaten geregelt worden, wie es mit dem Technikmuseum weitergeht. So sollen vom Kuratorium etablierte Veranstaltungen wie die Nacht der Ungeheuer sowie Gastspiele wie jenes des Kabaretts „... nach Hengstmann“ um Frank und dessen Söhne Sebastian und Tobias und der Magdeburger Jazznacht (10. Ausgabe am 14. Juli) weiterhin unter dem Dach der Halle stattfinden – das Interesse der Kooperationspartner vorausgesetzt. Auch wird dem Verein künftig ein Sitz im Beirat des Museums eingeräumt, der über den Vorsitzenden wahrgenommen wird. Diese Funktion wird künftig nicht mehr von Gerhard Unger ausgeübt. „Mit dem anstehenden Wechsel habe ich mich entschlossen, den Weg freizumachen für einen grundsätzlichen Neuanfang und gebe den Vorsitz ab“, so Unger, der weiterhin im Vorstand mitarbeiten möchte. Designierter Vorsitzender ist Reinhard Schenkewitz.

Man wolle sich gebührend von den Magdeburgern verabschieden und jene, die sich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit über Jahre im Museum eingebracht haben, würdigen, hieß es während der Versammlung. Und zwar am 19. Mai 2019, wenn ein Abschiedsfest auf die Beine gestellt wird. „Bis dahin hoffen wir auf viele Besucher, die sich im Museum auf Entdeckungsreise begeben“, so Gerhard Unger.

www.technikmuseum-magdeburg.de