Magdeburg l Sie steht in der Sophien-Kathedrale im Kreml der russischen Stadt Weliki Nowgorod und zählt zum Weltkulturerbe. Die Magdeburger Bronzetür war im Auftrag des Bischofs Alexander von Plock zwischen 1152 und 1154 entstanden und dokumentiert, wie weit die Gießereigeschichte Magdeburgs zurückreicht. „Dies ist der Ausgangspunkt des Bildhauer- und Bronzeguss-Symposiums, bei dem ebenfalls eine Bronzetür entstehen wird, um den Kreis symbolisch zu schließen“, sagt Gerhard Unger, Leiter des Technikmuseum. Aber der Reihe nach.

Zehn internationale und nationale Künstler aus Kuba, Spanien und Deutschland, die zum Teil der Künstlergruppe „El Vuelo de Bronce“ (EVdB) angehören, sowie drei Künstler aus Sachsen-Anhalt werden bei einem Arbeitstreffen in Magdeburg bis zum 23. September 2018 eine gemeinschaftliche Bronzearbeit schaffen.

Hommage an Original

Als Hommage an das Original, das in Magdeburg einst von Gießereimeister Rigiun und seinem Gesellen Waismuth geschaffen wurde und in Bildern die Schöpfungsgeschichte erzählt, entsteht Stück für Stück ein neues Portal, so Unger: „Sie gestalten jeder für sich Bronzereliefs und widmen sich dabei dem Thema ‚Zeit‘. Dabei greifen sie den heutigen Zeitgeist auf.“

Zum Ende des Symposiums, das am 2. September startet, wird die Tür, deren Edelstahlgerüst verkleidet und mit Bronzeblechen versehen wird, dann zusammengesetzt und als Kunst im öffentlichen Raum an der Dodendorfer Straße aufgestellt, so das Ziel. Das Portal wird 3,95 Meter aus dem Boden ragen und soll als Blickfang auf das Technikmuseum neugierig machen.

Magdeburger beobachten Entstehung

In der Zwischenzeit haben Interessierte die Möglichkeit, sich täglich ab 14 Uhr in der Grusonschen Werkshalle einzufinden, um den Teilnehmern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und die Entstehung mitzuverfolgen. Abseits dieses Prozesses haben die Organisatoren Veranstaltungen geplant. Speziell an Schulen richten sie die Einladung, dass sich Schüler selbst einmal unter Anleitung im Handwerk des Gießens probieren können. Interessierte melden sich unter Telefon 0391/6223906.

Beim Projekt „Zeit – eine Hommage an die Magdeburger Bronzetür in Nowgorod“ handelt es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalt, dem Landesverwaltungsamt, der Landeshauptstadt Magdeburg, der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und dem Kuratorium Industriekultur in der Region Magdeburg.