Magdeburg l Im Juni 2020 hatte Nandu-Dame „Püppi“ für Schlagzeilen gesorgt, als sie immer wieder in Ostelbien gesichtet worden war. Sie war einem Privatzüchter entkommen und begab sich wochenlang auf Wanderschaft in der Umgebung. Überall wo sie auftauchte, unter anderem mitten in einer Magdeburger Gartensparte, sorgte sie für große Aufregung. Alle Versuche, den Laufvogel einzufangen, schlugen jedoch fehl. Mitte Juli fand sein Ausflug dann jedoch ein jähes Ende, als er bei Wahlitz vor einen Zug lief.

Oder vielleicht doch nicht? Denn die Identität wurde nie geklärt und am Sonntag hat man erneut einen großen Laufvogel beobachtet, der mitten auf dem Pechauer Deich umherlief. Auch auf den dortigen Pferdekoppeln wurde er gesehen. Mehrere Fotos von Lesern erreichten die Redaktion, die das groß gewachsene Tier zeigen.

Bestätigung aus dem Zoo Magdeburg

Susan Hambrecht, Tierexpertin aus dem Magdeburger Zoo, bestätigt nach Ansicht eines der Bilder, dass es sich definitiv wieder um einen Nandu handelt. „Die schwarze Brust deutet auf einen Hahn hin“, erklärt sie aber. Damit würde es sich um ein zweites Tier handeln, da Püppi eine Henne war. „Aber die Geschlechter sehen sich sehr ähnlich“, schränkt Susan Hambrecht ein. Die Nandus im Zoo gehören einer anderen Art an – es fehlt keiner.

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Püppis Besitzer schließt aus, dass es sich um eine Rückkehr handelt. „Acht Wochen wurde sie nicht gesehen und dann taucht sie plötzlich wieder auf? Das ist mehr als unwahrscheinlich“, sagt der Senior der Volksstimme. Er habe auch keine weiteren Tiere dieser Art, versichert er, so dass er diesmal nichts damit zu tun habe.

Die Bundespolizei hatte nach dem Zugunfall von Püppi nicht weiter ermittelt, „da es sich rein rechtlich bei dem toten Tier um eine Sache handelte“, wie Sprecherin Romy Gürtler auf Volksstimme-Anfrage erklärt. „Damit hatte sich die Sache für uns erledigt.“

Bereits am Sonntag, als das Tier über den Pechauer Deich lief, hieß es aus der Leitstelle der Feuerwehr, dass es dort keine Meldungen über einen Laufvogel im Osten der Stadt gebe. Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra ergänzt am Montag, dass auch das Ordnungsamt keine entsprechenden Sichtungen vermerkt habe. Wo das Tier herkommt, bleibt somit vorerst unklar.

Bei Gefahr Feuerwehr rufen

Die Stadt Magdeburg hatte schon bei Püppi erklärt, dass von dem Tier grundsätzlich keine Gefahr ausgeht. „Es gibt keine Gefahrenlage und auch keinen tierschutzrechtlichen oder anderen Grund für ein behördliches Eingreifen“, hieß es damals von der Verwaltung. Rathaussprecher Michael Reif riet damals: „Sollte sich das Tier in einer Gefahrensituation befinden oder Gefahren verursachen, kann die Feuerwehr angerufen werden.“

Nandus können in unseren Breiten problemlos auch den Winter überstehen. In Mecklenburg-Vorpommern leben seit 20 Jahren mehrere Hundert Exemplare.