Magdeburg l Wer in Magdeburg das Kulturhistorische Museum oder das Museum für Naturkunde besuchen will, muss zusammen dafür als Erwachsener fünf Euro Eintritt bezahlen. Beide Museen befinden sich in einem Haus. „Zwei Museen zum Preis von einem“, so der Werbeslogan dafür.

Wer anschließend dem Kunstmuseum „Kloster Unser Lieben Frauen“ noch einen Besuch abstatten möchte, bezahlt dort sechs Euro Eintritt. Oder er wählt gleich das Kombiticket für alle drei Museen und bezahlt zusammen nur 7 Euro. Vier Euro gespart.

Mehr Menschen in Museen locken

Ziel dieses deutlichen Sparanreizes sei es, mehr Menschen für die Museen in Magdeburg zu interessieren, vor allem auch Touristen, um dadurch mehr Eintrittskarten zu verkaufen, erklärt Uwe Korb, Verwaltungsleiter des Kulturhistorischen Museums, den Sinn des Kombitickets.

Dieses Prinzip soll jetzt für die Magdeburger Museen noch weiter ausgebaut werden, wünschen sich die Bündnisgrünen im Magdeburger Stadtrat. Darum lautet der Antrag: Neben den drei schon vorhandenen Kombiticket-Museen sollten noch das Technikmuseum, die Gruson-Gewächshäuser, die Figurenspielsammlung Mitteldeutschland und natürlich das zukünftige Dommuseum dazukommen.

Dresden als gutes Beispiel

Auch die Grünen versprechen sich davon einen Anreiz zum Museumsbesuch für Einheimische und Touristen. Andere Städte gingen in dieser Sache erfolgreich voran. Etwa Dresden. Dort kann der Besucher mit einem Kombiticket für 22 Euro innerhalb von zwei Tagen 14 Museen besuchen. Die Eintrittspreise liegen in Dresdens Museen zwischen vier und zehn Euro.

Das Rathaus soll vom Stadtrat Magdeburg beauftragt werden, ein entsprechendes Konzept für das „große“ Kombiticket vorzulegen. Das passiert bereits - teilweise. Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle erläutert in einer Stellungnahme zum Grünen-Antrag die Strategie der Stadt.

Erstes Kombiticket mit Dommuseum

Wenn das Dommuseum fertig ist, solle es das erste erweiterte Kombiticket geben – Dommuseum, Kunstmuseum, Kulturhistorisches und Naturkunde-Museum. Das sei mit den Betreibern bereits vereinbart worden, die genaue Preisstruktur stehe noch nicht fest. Magdeburg verfüge zukünftig mit diesen vier Museen in unmittelbarer Nähe zueinander über ein Museumsquartier, ein Kombiticket biete sich darum besonders an.

Das Ganze könne auch als Pilotprojekt genutzt werden, schlägt Puhle vor. Nach Einführung des Vierer-Tickets sollten die Verkaufszahlen genau beobachtet werden und welche Museen mehr und welche weniger von der Ticketkombination profitierten.

Überlegungen zum Technikmuseum

Um das Technikmuseum in die Kombiticket-Struktur aufzunehmen, hält es der Kulturbeigeordnete für erforderlich, erst einmal die Besucherzahlen des Museums abzuwarten, nachdem die Stadt Magdeburg die Einrichtung ab Mitte 2019 wieder in die eigene Trägerschaft übernommen hat.

Der Kulturbeigeordnete sagt dem Stadtrat aber zu: Im Laufe des Jahres 2020 werde dem Stadtrat ein Vorschlag für ein erweitertes Kombiticketangebot für Museen vorgelegt.