Magdeburg l Fährmann, hol über – und das am besten sieben Tag die Woche. Das ist der Wunsch der einstigen Stadtratsfraktion Die Linke/future!. Rechnen würde sich das laut Stadtverwaltung Magdeburg aber nicht, wie sie jetzt in einer Stellungnahme erklärt.

Bislang sind die Fähren Buckau und Westerhüsen der Weißen Flotte saisonal von Mitte März bis Ende Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Einsatz, 2019 sogar bis 10. November.

Mehr Fährzeiten für den Tourismus

Zu wenig, befand die einstige Fraktion vor der Stadtratswahl 2019. In einem Antrag begründete sie: „Die wunderschöne Lage unserer Landeshauptstadt an der Elbe ist ein Geschenk und Verpflichtung zugleich! So gehören die Magdeburger Fährstellen in Buckau und Westerhüsen seit geraumer Zeit nicht nur zu traditionellen Highlights der Naherholung, sondern haben auch touristische Bedeutung entlang des Elberadwegs und erfreuen sich großer Beliebtheit bei Jung und Alt.“ Und genau deshalb solle geprüft werden, zu welchen Bedingungen die Betriebszeiten der zwei Fähren mit Saisonauftakt 2020 ganzwöchig, also auf montags, ausgeweitet werden können.

In ihrer Stellungnahme erklärt die Stadtverwaltung nun, dass neben den vier beschäftigten Fährleuten zwei weitere Vollzeit-Mitarbeiter eingestellt werden müssten. Die Mehrkosten würden 51.000 Euro pro Jahr betragen. Dann könnten die Fähren täglich fahren, allerdings weiterhin nur zwischen 10 und 18 Uhr. Diesen Personal- und Materialkosten stünden knapp 8000 Euro an zusätzlichen Einnahmen pro Jahr gegenüber – so eine Prognose.

Für diese wurde ein Durchschnitt der beförderten Passagiere an Wochentagen während der Saison ermittelt und zugrunde gelegt. Zudem wurde davon ausgegangen, dass es sich bei den Passagieren jeweils um die Hälfte Direkteinsteiger und die andere Hälfte um Umsteiger handelt. Die Fähren können mit einem Marego-Ticket der Tarifzone Magdeburg genutzt werden.

Von anderen Städten lernen

Oliver Müller (Die Linke), einstiger Fraktionsvorsitzender, kann die Einschätzung der Verwaltung nicht teilen. „Warum für einen einzigen weiteren Wochentag gleich zwei neue Fährleute einzustellen sind, kann ich so nicht nachvollziehen“, erklärte er auf Volksstimme-Nachfrage. Auch fehle ihm der vergleichende Blick zu anderen Städten mit Fähren, die täglich unterwegs seien. „Vielleicht wäre hiervon zu lernen.“

In den kommenden Wochen wird die Ausweitung der Fähren in den Fachausschüssen und im November 2019 im Stadtrat Magdeburg Thema sein. In den Diskussionen wird sich zeigen, wie die Räte zum Vorschlag stehen.

Die Fähren ermöglichen in Magdeburg ein Übersetzen über die Elbe zwischen Buckau und dem Stadtpark Rotehorn sowie Westerhüsen und dem Naturschutzgebiet Kreuzhorst.