Magdeburg l Unter der großen Trockenheit leiden die Pflanzen und damit auch die Bienen. Sie geben viel zu wenig Pollen und Nektar, den die kleinen Arbeiter aber so dringend brauchen. „Die Bienen hungern, und das schon seit Wochen“, hält Tom Förster, Vorsitzender des Magdeburger Imkervereins, fest.

Halbierte Honigernte

Das hat Auswirkungen auf die Honigernte. Die ist in diesem Jahr „mehr als mau“, erklärt Tom Förster gegenüber der Volksstimme. Aufgrund der großen Trockenheit böten die Pflanzen zu wenig Nahrung, so dass die ersten Imker ihre Bienen bereits seit Juni, also mitten in der Saison, füttern müssen. Normalerweise werden die Bienen nach der letzten Tracht für den Winter gefüttert, um den entnommenen Honig zu ersetzen. Damit geht es üblicherweise Ende Juli bis Mitte August los. Doch in diesem Sommer ist alles anders. „In anderen Jahren würden wir um diese Zeit Lindenhonig ernten, den es 2018 nicht gibt“, berichtet der Vereinschef. Tom Förster ist selbst begeisterter Hobbyimker, kümmert sich aktuell um 15 Völker mit rund 900.000 Honigbienen.

Die Ernte hat aufgrund der Witterung früher eingesetzt, doch die Imker in der Stadt rechnen in diesem Jahr auch mit großen Verlusten. Tom Förster geht von heftigen Ernteeinbußen aus. Und das könnte sich auch auf den Honigpreis niederschlagen. „Wir werden vielleicht nur die Hälfte von dem ernten, was wir sonst haben“, befürchtet der 27-Jährige.

Imker müssen zufüttern

Nicht nur die geringere Ernte schmälert den Ertrag. Die Imker müssen zufüttern. Das geschieht zum Beispiel mit einer Zuckerwasserlösung. „Bei vielen von uns geht das ja noch. Wir gehen in den Supermarkt und holen uns günstig ein paar Tüten Zucker“, erzählt er. Bio-Imker aber müssen importierten Biozucker verwenden, der deutlich teurer ist, oder sogar den Honig selbst nehmen. Vor diesem Hintergrund findet es der Magdeburger Imker Wolfgang Hucke bedenklich, dass in der Halberstädter Chaussee jetzt eine Blumenwiese gemäht wird. Noch weniger Futter für die Bienen ...

Während die kleinen schwarz-gelben Nützlinge mit der Hitze noch recht gut klarkommen, indem sie zum Beispiel mit Flügelschlägen geschickt ihre Behausung klimatisieren, bleibt der Nahrungsmangel ein Problem.

Kaum Regen in Sicht

Und es sieht auch nicht danach aus, dass die Pflanzen in nächster Zeit mehr Regen abbekommen. Die kleine Delle im Hochsommer in den letzten zwei Tagen brachte noch weniger Niederschlag für die Stadt als erwartet. Bis zum Nachmittag waren es gerade mal 2 Liter pro Quadratmeter, sagte Uwe Peruth vom Deutschen Wetterdienst in Magdeburg. Ab heute wird es wieder hochsommerlich warm und Regen ist so gut wie keiner in Sicht. In der neuen Woche könnte es vielleicht das ein oder andere Gewitter geben.