Magdeburg l Trotz eisiger Temperaturen gehen die Arbeiten auf der Magdeburger Tunnelbaustelle Mitte Dezember 2019 voran. Und auch im Umfeld tut sich etwas. Die Magdeburger Volksstimme hat einen Überblick zusammengestellt.

Touristinfo: Aus der Not eine Tugend gemacht haben die Tunnelbauherren derweil gemeinsam mit der Touristinfo in Sachen Tunnelcontainer: Nachdem der Infopunkt aufgrund der verlängerten Bauzeit eine längerfristige Einrichtung ist, nutzen die Touristiker die Einrichtung am Willy-Brandt-Platz ebenfalls.

Öffnungszeiten verlängert

Dazu wurden auch die Öffnungszeiten deutlich ausgeweitet. Neben Informationen rund um das Mammutprojekt des Tunnelbaus gibt es jetzt hier also auch Hinweise auf Einrichtungen und Veranstaltungen in Magdeburg. Geöffnet ist dienstags bis sonnabends von 10.30 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr.

Ganz abwegig ist dieses Zusammengehen nicht: Die Tunnelbaustelle ist ein Objekt mit hohem Aufmerksamkeitswert bei Magdeburgern wie bei Besuchern der Stadt. Unter anderem hatten Führungen, von denen möglicherweise im Frühjahr weitere angeboten werden, vom großen Interesse der Menschen an der Baustelle gezeugt. Auch Fachführungen und Veranstaltungen für Instagrammer hatten sich einer großen Beliebtheit erfreut.

Bau der Verkehrsbetriebe

Straßenbahn: Am Damaschkeplatz sind die Magdeburger Verkehrsbetriebe am Zug. Ihre Aufgabe ist es, die bereits vorhandenen Gleise unter den Eisenbahnbrücken bis in Höhe der früheren Straßenbahnhaltestelle mit ihrem vorhandenen Netz in der Olvenstedter Straße und im Adelheidring zu verbinden. Zudem wird in diesem Bereich der Anschluss zur Trasse der Zweiten Nord-Süd-Verbindung durch den Editharing hergestellt. Die Arbeiter haben in dieser Woche Borde für das Gleisbett gesetzt.

Auf der anderen Seite der Baustelle laufen als Vorbereitungen für den Gleisanschluss im Bereich der Otto-von-Guericke-Straße weiter Arbeiten am Leitungsnetz.

Arbeit auf Innenstadtseite

Tunneldecke und Einfahrt: Auf der Innenstadtseite bauen die Arbeiter an der noch fehlenden Tunneldecke. Etwa 100 Meter fehlen noch. Dann folgt das Tunnelportal für den Verkehr stadtauswärts und daran anschließend der Einfahrtsbereich - der sogenannte Trog. Für Letzteren wurde in dieser Woche erneut Boden abgegraben. Einige Teile der Stützwand sind dort schon fertiggestellt.

Im Tunnel: Im Tunnel selbst erfolgen derzeit noch einige Restarbeiten an den Bohrpfählen und den Kopfbalken. Bei diesen handelt es sich um jene Elemente, aus denen sich die Seitenwände zusammensetzen beziehungsweise die zwischen den Seitenwänden und der Tunneldecke liegen. Die Restarbeiten sind Grundlage für wesentliche Aufgaben im kommenden Jahr: Dann werden die Wände verkleidet, und auf den bereits vorhandenen Bodenschichten des Tunnels wird die Tunnelsohle als stabile Betonschicht angelegt, die auch das Eindringen von Wasser verhindert und auf der schlussendlich die Fahrbahn gebaut werden kann.

Kälte macht keine Probleme

Arbeiten im Winter: Die Arbeiten im Tunnel sind vom Wetter weitestgehend unabhängig. Anders verhält es sich in der Ebene von Fußgängern, Radfahrern und Straßenbahnen. Wenn dort betoniert oder abgedichtet wird, werden bei zu niedrigen Temperaturen wieder Schutzzelte aufgestellt. In diesen kann die Temperatur so angehoben werden, dass der Beton wie gewünscht aushärten kann. Bei den bisherigen Arbeiten sind solche Schutzzelte jedoch noch nicht nötig. So sind die Betonierarbeiten für den Kabelbau auf der nördlichen Ernst-Reuter-Allee bereits weitestgehend beendet.

Entwässerung: Für die Entwässerung am Kölner Platz weiterhin wurde ein Schacht gebaut. Für diese Arbeiten hatte es vor einigen Tagen eine Sperrung des Fuß- und Radwegs gegeben.