Magdeburg l Radfahrer, die die Magdeburger Tunnelbaustelle zwischen Adelheidring und Maybachstraße passieren wollen, müssen jetzt wieder absteigen. Und zwar in Richtung Stadtfeld. In Richtung Hauptbahnhof darf unter Beachtung des Vorrgangs für Fußgänger weiterhin gefahren werden. Das zumindest ordnen die am 12. Januar 2018 wieder aufgestellten Schilder an. Diese waren wenige Wochen zuvor plötzlich verschwunden.

Bei vielen Radfahrern sorgt diese Entscheidung für Verärgerung. Besteht in der Fahrt auf dem Drahtesel doch seit Monaten eine gern genutzte Alternative für die umständliche Umleitung zwischen Innenstadt und Stadtfeld.

Umweg für Radfahrer

Mit der neuen Entscheidung setzt sich ein Schlingerkurs fort. Erst war beim Tunnelbau davon die Rede, dass Radfahrer, Fußgänger und Straßenbahnen die Baustelle die meiste Zeit passieren können. Mit Umplanungen und Kostenexplosion auf 139 Millionen Euro ist das nicht mehr möglich.

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Im Hauptbahnhof selbst dürfen Radfahrer ihr Rad durch den Fußgängertunnel schieben. Das war nicht immer so: Während einer ersten Vollsperrung war der Durchgang für alle gesperrt, die ein Fahrrad bei sich hatten. Grund: Auch bei großem Publikumsverkehr sollte die Sicherheit in dem engen Fußgängertunnel gewährleistet werden. Später stellte sich heraus: Die Kapazitäten reichen doch.

Piktogramme irritieren Magdeburger

Auf dem jetzt zum Radfahren gesperrten Weg zwischen Maybachstraße und Adelheidring hatte von Beginn an die Bodenmarkierung irritiert: Ein größerer rot-gepflasterter Teil des Weges ist per Piktogramm für Radfahrer markiert. Unter der Brücke des Magdeburger Rings, die von dem Weg am Damaschkeplatz unterquert wird, wiesen Piktogramme darauf hin, dass hier Fußgänger Vorrang haben. Im Bereich der Kreuzung Adelheidring/Olvenstedter Straße müssen Radfahrer in Richtung Stadtfeld absteigen.

Zuletzt war ein Stück des Weges erweitert worden, um den Überblick an der Stelle zu verbessern. Gefährlich ist es insbesondere am Übergang zwischen der Brückenunterführung und dem neu gebauten Weg, der bis zur Maybachstraße führt.

Konflikte mit Radfahrern

Von Beginn der Bauarbeiten an, als es entlang der Baustelle eng wurde, hatte die Stadtverwaltung Magdeburg von Konflikten berichtet: Einige Radfahrer hatten den Vorrang von Fußgängern missachtet. Immer wieder hatte es Forderungen nach Rücksichtnahme gegeben.

Auf der anderen Seite war aber immer wieder darauf hingewiesen worden, dass die Wegeführung nicht ausreichend sei. Wer als Radfahrer nicht gewillt ist, sein Fahrrad auf einer Strecke von knapp einem halben Kilometer zu schieben, muss einen Umweg von rund drei Kilometern in Kauf nehmen.