Magdeburg l Ein großangelegter Feuerwehreinsatz auf dem Gelände des Magdeburger Uniklinikums sorgt am 17. Juli 2019 für Aufsehen. Dass der Einsatz zur Nebensache wird, liegt an der Aktion eines verliebten Feuerwehrmanns.

Mit Blaulicht und Sirene fahren die großen Fahrzeuge der Magdeburger Berufsfeuerwehr kurz nach 10 Uhr vor dem Gebäude 1 der Uniklinik vor. Fast alle Mitarbeiter haben zu diesem Zeitpunkt bereits das Haus verlassen. Die automatische Brandmeldeanlage hatte sie vor einer Gefahr gewarnt. Fast schon vorbildlich im Gänsemarsch haben die Männer und Frauen ihren Sammelplatz angesteuert.

Mitarbeiter vermisst

Währenddessen verschafft sich der Löschzugführer der Feuerwache Süd einen ersten Überblick über die Lage. Von einer Mitarbeiterin erfährt er, dass es wohl in einem Büro im zweiten Obergeschoss zu einem technischen Defekt, wohl ausgelöst durch einen Mitarbeiter, gekommen ist. Und genau dieser Mitarbeiter gilt noch als vermisst.

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Da sich die Etage bereits mit dichtem Rauch gefüllt hat, müssen die Feuerwehrmänner mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten zur Personensuche vorgehen. Währenddessen macht sich an einem Fenster in der Brandetage eine Frau bemerkbar. Ihr wurde der Weg abgeschnitten, der einzige Fluchtweg führt über die Drehleiter.

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Magdeburger jubeln

Sofort macht sich ein Feuerwehrmann auf den Weg zu ihr. Spätestens als er oben ankommt, bemerkt sie, dass es ihr Freund ist. Was auf dem Weg nach unten folgt, endet im Jubel vieler Zuschauer.

Denn fünf Meter über dem Boden hält Alexander Möhring den Korb der Drehleiter an und kniet vor seiner Stefanie nieder. Der 35-Jährige hatte sich entschieden, während der Einsatzübung seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Die beiden haben sich vor einem Jahr durch Kollegen kennengelernt und sind seitdem ein Paar.

Verlobte völlig überrascht

Am Boden zeigt sich die frisch Verlobte völlig perplex. „Damit habe ich heute echt nicht gerechnet“, sagt Stefanie Holze. Ein paar Freudentränen rollen ihr übers Gesicht. Im selben Augenblick bringt ein Trupp den Vermissten Mitarbeiter, eine Übungspuppe, ins Freie. Das simulierte Feuer ist ebenfalls gelöscht. Nachdem sie ihre Einsatzkleidung abgelegt haben, gratulieren sie ebenfalls dem Paar zur Verlobung.

„Ich glaube wir können diese Übung als sehr guten Erfolg verbuchen“, erklärt Übungsleiter Thomas Rollbusch von der Berufsfeuerwehr augenzwinkernd. Natürlich müssten die verrichteten Arbeitsabläufe mit den Beobachtern noch ausgewertet werden. „Aber gravierende Fehler gab es auf keinen Fall.“ Nach der Übung mussten sich Stefanie und ihr Alexander erstmal wieder trennen, denn der Feuerwehrmann musste seinen Dienst noch zu Ende bringen.