Magdeburg l Die Auswertung der Abstimmung liefert ein relativ klares Ergebnis: 59 Prozent der Teilnehmer votierten für das Projekt, das den Aufbau des noch erhaltenen Eingangstores vorsieht. 40,5 Prozent lehnen es dagegen ab.

Zu berücksichtigen ist bei der Bewertung des Ergebnisses, dass es bei den Wahlverfahren via Internet und per Telefon unterschiedliche Ergebnisse gab. Unter den Anrufern hatten die Ablehner die Nase vorn. 1217 Stimmen gingen gegen den Wiederaufbau des Ulrichskirchenportals ein. 1098 Stimmen wurden für das Vorhaben abgegeben.

Die Abstimmung hatte erwartungsgemäß ein großes Echo ausgelöst Das spiegelte sich in der Resonanz mit mehr als 7000 Teilnehmern wider. Aber auch die Diskussion um das Für und Wider einer Kirchen-Erinnerung brach erneut auf. In zahlreichen Leserbriefen und Online-Kommentaren hatten die Magdeburger ihre Meinung zu dem Projekt geäußert und ihre Argumente jeweils vorgetragen.

Jörg Schenke, zweiter Vorsitzender des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Ulrichskirche, sagte: „Erstmal ist es positiv, dass offenbar doch viele Magdeburger das Thema Ulrichskirche interessiert. Und natürlich ist der Ausgang auch positiv. Das ist ein Signal. Wir werden versuchen, die positive Stimmung weiter zu verfolgen.“ Konkrete Maßnahmen könne man daraus aber jetzt noch nicht ableiten, so Schenke. Man wolle sich im Kuratoriumsvorstand erst genau mit dem Ergebnis befassen und dann überlegen, wie es weitergehe.

Das Ergebnis selbst hat keinerlei bindende Wirkung und ist auch nicht repräsentativ. Aber: Angesichts einer Einschaltquote von 7000 Teilnehmern gibt es zumindest einen Ausschnitt aus dem Meinungsbild der Abstimmungsteilnehmer wieder. Im Einzelnen befürworteten von dern 7130 Teilnehmern 1098 per Telefon und 3112 Online den Wiederaufbau. Das entspricht 59,0 Prozent. Per Telefon sprachen sich 1217 und 1667 gegen das Portal aus - das entspricht 40,5 Prozent. Insgesamt 36 Teilnehmer und damit 0,5 Prozent meinen: "Das ist mir egal."

Das Kostenvolumen

Gegner und Befürworter des Portals können nun jeweils ihre Schlüsse daraus ziehen. Am Rande nannte das Kuratorium erstmals eine Größenordnung, die ein möglicher Wiederaufbau des Portals kosten würde. Jörg Schenke sprach von einem Kostenvolumen von „um die 300.000 bis 400.000 Euro“. Genau könne man es nicht sagen. Allerdings gebe es aus der Wirtschaft Zusagen für die Kostenübernahme. Namen könne man aber nicht nennen.

Politische Beschlusslage bleibt indes die Ablehnung. Im Februar 2017 hatte der Stadtrat mit 27 zu 23 Stimmen gegen das Portal entschieden. Für ein Portal müsste der Stadtrat erneut entscheiden. Das Kuratorium kündigte daraufhin an, nicht aufzugeben.

Der Wiederaufbau der Kirche war bei Magdeburgs bisher einzigem Bürgerentscheid 2011 mit 76 Prozent der Wählerstimmen abgelehnt worden. Die Wahlbeteiligung unter den Magdeburgern lag damals bei 56 Prozent.

Ein Video mit einer Visualisierung des Ulrichskirchenportals gibt es bei der Volksstimme.