Magdeburg l Zu einem schrecklichen Zwischenfall kam es am Mittwochabend am Bahnübergang in Magdeburg-Sudenburg. Gegen 22 Uhr wurde dort eine junge Frau von einem durchfahrenden Intercity erfasst. Die 23-Jährige muss mehrere Schutzengel bei sich gehabt haben, denn sie überlebte den Zusammenprall mit dem Zug mit schweren Verletzungen. Sie war nach dem Unfall ansprechbar und schilderte selbst den Hergang.

Die junge Frau wollte unbedingt noch ihren Zug erreichen, der sich auf der Anfahrt zum Bahnhof Magdeburg-Sudenburg befand. Deshalb überquerte sie mit ihrem Fahrrad den bereits geschlossenen Bahnübergang. Dabei übersah sie einen IC, der wenige Minuten zuvor den Magdeburger Hauptbahnhof mit Fahrtziel Hannover verlassen hatte. Der Triebfahrzeugführer erkannte die Gefahr und leitete sofort eine Bremsung ein, konnte den Zusammenprall jedoch nicht mehr verhindern. Die Frau wurde vom Zug erfasst und gegen ein Schild geschleudert.

Augenzeugen, die den Unfall beobachtet hatten, leisteten sofort mit kurz darauf eintreffenden Bundespolizisten Erste Hilfe. Offensichtliche Verletzungen schlossen auf einen Bein- und einen Schulterbruch bei der jungen Frau. Sanitäter und ein Notarzt benötigten mehrere Minuten, um die Schwerverletzte zu stabilisieren, bevor sie sie in ein nahegelegenes Krankenhaus brachten.

Der unter Schock stehende Triebwagenführer musste durch einen Ersatzmann abgelöst werden. Die Strecke wurde kurz nach 23 Uhr wieder freigegeben. Die Polizei ermittelt nun zu den genauen Hintergründen des Unfalls. Fest steht bisher nur, dass es sich nicht um einen Suizidversuch gehandelt habe, so ein Beamter vor Ort.