Magdeburg l Die guten Nachrichten – nüchtern betrachtet – vorweg: 2018 gab es in Magdeburg weniger Verunglückte und weniger Getötete im Straßenverkehr als im Jahr zuvor. Letztere Zahl ist mit 1 auf historischem Tiefstand seit zehn Jahren. Das zeigt die Unfallstatistik der Polizei, die am 25. März 2019 Polizeidirektor Dietmar Schellbach, amtierender Revierleiter, und Polizeioberrat Andreas Pretzlaff, Leiter des Reviereinsatzdienstes, vorstellten. Doch es gibt auch negative Trends.

Die Zahlen im Überblick:

8340 Verkehrsunfälle wurden 2018 in Magdeburg von der Polizei aufgenommen. Im Jahr zuvor waren es „nur“ 7949. Die Zahl ist also um knapp fünf Prozent gestiegen. Schaut man auf die vergangenen fünf Jahre zurück, zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Zahl der Verkehrsunfälle liegt meist um die 8000, plus-minus 100 bis 200.

1108 verletzte Personen mussten 2018 nach Unfällen versorgt werden, davon waren 131 schwer verletzt. 2017 wurden 1212 Menschen verletzt. Als schwer verletzt gilt, wer stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden muss. Unter den verunglückten Personen waren 95 Kinder unter 14 Jahren, 151 Senioren zwischen 65 und 74 Jahren und 66 Senioren, die über 75 Jahre alt waren.

1 tödlich verletzten Radfahrer gibt es 2018 zu beklagen. Ein 74-jähriger Mann war am 22. Januar 2018 an der Kreuzung Hermann-Hesse-Straße/Kirschweg gestürzt und wenige Tage später in einer Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen. Anfangs ging die Polizei von einem Unglück ohne fremde Beteiligung aus, doch Zeugen brachten den Beamten den entscheidenden Hinweis. Eine Frau hatte den Mann mit ihrem Auto am Pedal gestreift und so den Sturz verursacht.

Im Jahr 2017 wurden sechs Menschen bei Unfällen getötet, darunter vier Fußgänger und ein Radfahrer.

6252 Autofahrer haben 2018 einen Unfall verursacht. Insgesamt gab es 7888 Unfälle mit einem Pkw. Das bedeutet, dass Autofahrer in fast 80 Prozent der Fälle die Unfällen verursacht haben.

243 Radfahrer haben 2018 einen Unfall verursacht. Dem gegenüber stehen insgesamt 560 Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren. Damit haben Radfahrende in rund 43 Prozent einen Zusammenstoß verursacht. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern ist leicht gestiegen. 2017 wurden 521 gezählt (211 als Verursacher), 2016 538 (219 als Verursacher) und 2015 460 (181 als Verursacher).

5 Unfälle mit einem Pedelec weist die Statistik bei insgesamt 560 Unfällen mit einem Rad/Pedelec auf. Zu den Pedelecs werden E-Bikes gezählt sowie alle Räder, die mit Batterie oder einem Elektromotor unterstützt werden. Der Trend zu mehr E-Bikes spiegelt sich damit nicht negativ in der Unfallstatistik wider.

544 Fußgänger waren 2018 an einem Unfall beteiligt. 236 davon gelten als Verursacher.

2200 Unfallfluchten hat die Polizei 2018 registriert. Und die Zahl steigt seit fünf Jahren kontinuierlich an. 2014 waren es noch 1892 Unfallfluchten, 2015 dann 1954, 2016 schon 1997 und im Jahr 2017 genau 2017 Unfallfluchten. Die Aufklärungsquote liegt bei nur 39,2 Prozent (für 2018), worüber sich Polizeioberrat Pretzlaff wenig freut. „Wir würden uns mehr wünschen“, erklärte er mit Blick auf diese Zahlen und appelliert an die Bürger, sich Kennzeichen von flüchtenden Unfallfahrern zu merken und sie der Polizei zu melden.

Übrigens: Ein Drittel der Unfälle mit Fahrerflucht wird im ruhenden Verkehr begangen. Das sind unter anderem die klassischen Rempler auf dem Parkplatz, die – so die Hoffnung einiger Verkehrsteilnehmer – von Zeugen hoffentlich unbeobachtet blieben.

117 Alkoholunfälle hat die Polizei 2018 aufgenommen, davon 37, bei denen Personen verletzt wurden. Im Jahr zuvor waren es „nur“ 91 Unfälle unter Alkoholeinfluss mit 36 Fällen, in denen Menschen Schäden davontrugen. Mit Blick auf die Altersstruktur zeigt sich, dass mit 37 Fällen am häufigsten die 50- bis 64-Jährigen Verursacher dieser Unfälle sind. An zweiter Stelle stehen die 30- bis 39-Jährigen mit 29 Alkoholunfällen, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen mit 24 Unfällen unter dem Einfluss von Alkohol.