Magdeburg l Seit Jahren steht der Neubau eines Herzzentrums auf dem Campus der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität auf der Liste dringend notwendiger Investitionen. Unter anderem bedeutet die Investition, dass das denkmalgeschützte Gebäude der früheren Hautklinik abgerissen wird. Der Finanzausschuss des Landtages hat inzwischen den Weg freigemacht. Dafür muss allerdings die Hautklinik fallen. Ein Gebäude, das u. a. von Johannes Göderitz geplant wurde, der auch die Gieselerhalle und die Stadthalle einst entworfen hatte.

„Mit dem einstimmigen Beschluss des Ausschusses untermauern wir die Fertigstellung des Gesamtprojektes und kommen den denkmalschutzrechtlichen Auflagen nach. Mit dem Abriss kann angefangen werden“, erläutert Florian Philipp, hochschulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Magdeburger Abgeordneter.

Die denkmalschutzrechtlichen Auflagen umfassen zwei wichtige Punkte: Zum einen muss sichergestellt sein, dass vor dem Beginn der Abrissarbeiten das benötigte Geld zur Verfügung steht und dass die Arbeiten an dem Neubau ohne große Verzögerungen beginnen. Die Vorgaben hatte das Landesverwaltungsamt 2016 mit seiner Abrissgenehmigung festgelegt.

Krankenkassen unterstützen Bau

Selbst wenn der Abriss bereits bald beginnen sollte, dürfte noch einige Zeit bis zur Eröffnung des Neubaus vergehen. Unter anderem muss nach der Zustimmung des Ausschusses für Finanzen zur Haushaltsunterlage Bau eine Ausführungsplanung für die Arbeiten und eine Vergabe der Bauleistungen erfolgen.

Für den Neubau des Herzzentrums werden rund 100 Millionen Euro des Landes investiert. Und es fließen zehn Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm 2015 der Krankenkassen für Krankenhausbauten.

Dass das Uniklinikum ein neues Herzzentrum benötigt, steht außer Frage. Es geht darum, die Versorgung der Patienten aus Magdeburg und der Umgebung sicherzustellen. Und es geht auch darum, die Otto-von-Guericke-Universität als Standort der Spitzenforschung zu sichern.

Spitzenversorgung soll ermöglicht werden

Allerdings hatte es erst im Frühjahr auf Landesebene einen Konflikt zwischen Finanzpolitikern der Union gegeben. Kritiker der jetzt gewählten Lösung hatten gefordert, dass die Magdeburger Mediziner mit weniger Platz, als ursprünglich geplant, auskommen müssten. Mit ihrem Wunsch nach Kosteneinsparungen hatten sie sich aber nicht gegen das Argument durchsetzen können, dass mit einer kleinen Lösung Spitzenversorgung und Spitzenforschung für den Bereich der Herzmedizin am Standort Magdeburg ernsthaft gefährdet worden wären. Nicht zuletzt Gutachter hatten in der Diskussion die Planungen für die große Variante im Wesentlichen bestätigt.