Keltisches Dorf entsteht

Vandalen sorgen beim Spielplatzbau in Magdeburg für Ärger

Das Gelände der Freilichtbühne am Kirschweg wird in Magdeburg zu einem Spielplatz umgestaltet. Vor der angepeilten Eröffnung gibt es ungebetene Besucher.

Von Marco Papritz
Der Spielplatz wird in der Form eines keltischen Dorfes auf dem Gelände der ehemaligen Freilichtbühne am Kirschweg errichtet.
Der Spielplatz wird in der Form eines keltischen Dorfes auf dem Gelände der ehemaligen Freilichtbühne am Kirschweg errichtet. Foto: Papritz

Magdeburg

Zaunfelder sind eingedrückt, Glasscherben liegen verteilt auf dem Boden, Betonteile und Steine finden sich auf dem Gelände wieder. Von den Funden auf dem Gelände, das seit Wochen zu einem neuen Spielplatz gestaltet wird, sind die Bauarbeiter gar nicht begeistert. „Flaschen und Steine werden von der Anhöhe auf den Spielplatz geworden“, ärgert sich der Vorarbeiter des mit dem Aufbau des Spielareals beauftragten Unternehmens. Auf jener Anhöhe lassen sich allerhand Zigarettenstummel und leere Getränkedosen und -flaschen finden, die auf mehrere Personen schließen lassen, die sich dort wohl regelmäßig einfinden.

Sorge um Zustand

Anwohner freuen sich über das Vorhaben des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM), die Fläche der seit Jahren brachliegenden Freilichtbühne in dem grünen Umfeld vom Fort II zu beleben. „Über das Verhalten der Jugendlichen, die sich dort einfinden, kann man allerdings nur den Kopf schütteln“, so einer der Anwohner gegenüber der Volksstimme. Und: „Wie soll das erst werden, wenn der Spielplatz fertig ist?“

Die Eröffnung soll laut einer Mitteilung der Stadt voraussichtlich im Sommer erfolgen. Das 1500 Quadratmeter fassende Areal wird zu einem keltischen Dorf gestaltet. In Vorbereitung des Spielplatzneubaus wurde die Freilichtbühne zurückgebaut, der gesamte Bereich aufgefüllt und damit das Gelände grundhaft neu modelliert, wie es heißt. Zwei Spielbereiche sollen verschiedene Altersgruppen ansprechen – verbunden sind sie über einen Mittelgang.

Anregungen für die kindliche Fantasie

Im Kleinkindbereich (für Kinder von zwei bis fünf Jahren) bildet der Wehrturm „Twiete“ durch einen Netztunnel aus Edelstahl eine Verbindung zum Spielgerät „Torhaus“ im Spielbereich für ältere Kinder. Zwei Pferde mit Wagen, Rampe und Edelstahlrutsche sollen die kindliche Fantasie anregen und zum freien Rollenspiel einladen.

Ein Sandspieltisch mit Sandziehbrunnen, Sandaufzug und Sandrinne soll durch haptische Reize die Motorik der Kinder fördern.

Für ein ordentliches Versteckspiel bietet sich das Pfahlhaus „Karl“ an. Dieses ist mit einer Leiter und einem Kleinkinder-Rutschbrett aus Edelstahl ausgestattet. Auch auf dem Drehkranz, der von einem „Keltenkrieger“ geziert wird, dreht sich im wahrsten Sinne des Wortes alles um die Kelten. Abgerundet wird der Kleinkindbereich durch ein Reck, drei Wipptiere in Form von „Gockel“, „Huhn“ und „Ziegenbock“ sowie eine Kleinkinderwiege namens „Wiege für kleine Kelten“.

Für Kinder bis zwölf Jahre bildet laut Stadtverwaltung die Spielgerätekombination „Torhaus“ mit Abgang über eine Edelstahlrutsche das Zentrum des Spielbereiches. Diese ist über einen Netztunnel zu erklimmen. Ein Wehrgang mit Rutschstange, Sprossenaufgang und Netzaufstieg lädt zum dynamischen Spiel auf verschiedenen Ebenen ein. Die „Keltenreuse“ mit Kletterlabyrinth spricht grobmotorische Fähigkeiten an.

Der „Keltentreff“ besteht aus Sitz und Kletterstämmen. Als gestalterisches Element befindet sich in diesem Bereich ein Rammbock in Form eines Widders. Verschiedene Sitzgelegenheiten sowie Papierkörbe sollen für einen angenehmen Aufenthalt auf der Spiel- und Freizeitfläche sorgen.

Mythen sind beliebt

Seit jeher ranken sich Mythen um die heldenhaften Abenteuer wilder, mutiger Siedler aus dem Norden. Die Faszination der Kulte, die diesen Kulturen zugeschrieben werden, ist laut Stadt bis heute ungebrochen. Dies zeigt sich neben regelmäßigen keltisch inspirierten Veranstaltungen mit Musik und Tanz unter anderem in einer keltisch anmutenden Steinkreis-Kultstätte am Salbker See.

Über einstige keltische Siedlungen im heutigen Fort II ist zwar nichts bekannt, doch inspirieren die Vorstellungen darüber, wie ihr Alltag ausgesehen haben könnte, die Gestaltung des neuen Spielplatzes. Ob Fischfangreusen, wie sie seit Jahrtausenden genutzt werden, über „Netze“ aus Eschen- und Haselästen bis hin zu Wehranlagen aus Wällen und Wehrgängen finden sich die Relikte jener Zeit in der Gestaltung des neuen Spielplatzes wieder. Sie lassen die Fantasie kleiner und größerer „Kelten“ aufblühen.