Magdeburg l Die Brücke am Wasserfall zwischen Cracau und dem Stadtpark Rotehorn in Magdeburg ist ein Sanierungsfall. Ursprünglich sollten sich die Fußgänger und Radfahrer auf geschätzt neun Monate im kommenden Jahr einstellen. Doch dieser Zeitplan ist vom Tisch. Wie einer Stellungnahme aus dem Baudezernat auf eine Anfrage von SPD-Stadtrat Jens Rösler zu entnehmen ist, werde die umfassende Sanierung nun nicht vor 2022 stattfinden.

Gerade jene, die als Fußgänger oder Radfahrer in die Innenstadt wollen, sollten in den kommenden Jahren im Blick behalten, welche Brücke gerade geöffnet ist. Denn im Zuge der Erweiterung des Strombrückenzugs kommt es auch hier zu Sperrungen. Nach der Freigabe der Brückenneubauten über Alte Elbe und Zollelbe soll die Anna-Ebert-Brücke für eine Sanierung komplett gesperrt werden.

Strombrücke auch an der Reihe

Auch die Strombrücke muss innerhalb von zwölf Monaten saniert werden. Und für diese wird im aktuell veröffentlichten Zeitplan der Stadt das Jahr 2022 genannt. Ab der Jahresmitte wird die Strombrücke unter anderem für den Autoverkehr gesperrt. Immerhin soll im Bereich dieses Übergangs über die Stromelbe eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden. Autofahrer werden auch die Sternbrücke nutzen können.

In der Anfrage von Jens Rösler ging es im Wesentlichen darum, ob für die Bauzeit der Brücke am Wasserfall auch hier eine Behelfsbrücke bereitgestellt werden kann. Das, so die Stadt, könnte sich als schwierig erweisen: Die Brücke befindet sich im Schutzgebiet für Pflanzen und Tiere. Eingriffe wie eine Behelfsbrücke seien nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen möglich. Als Absage ist dieser Hinweis dennoch nicht zu verstehen: Der ersatzweise Übergang werde im Zuge der vertieften Planung geprüft.

Holzkonstruktion leidet unter Feuchtigkeit

Die Brücke am Wasserfall wurde nach rund einem Jahr Bauzeit am 1. Dezember 1997 in Betrieb genommen. Die 37,5 Meter lange Vorlandbrücke aus Stahlbeton auf der Stadtparkseite und die 195 Meter lange Schrägseilbrücke mit Hauptträgern aus Leimholz überspannen die Alte Elbe auf einer Gesamtlänge von 232,5 Metern. Der weithin sichtbare Pylon ragt 35 Meter in die Höhe.

Saniert werden muss die Schrägseilbrücke, deren Holzelemente marode sind. Unter anderem seien bereits Fruchtkörper von holzzerstörenden Pilzen und Risse sowohl im Holz als auch im Beton festgestellt worden. Die Reparatur sei ohne Demontage von Verkleidungen und den Aufbau eines Gerüsts nicht machbar.

Intensive Pflege

In einer Diskussion im Magdeburger Bauausschuss hatte es bereits seitens der Verwaltung die Aussage gegeben, dass man aufgrund der feuchten Umgebung heute an wichtigen Stellen auf Holz als Baumaterial verzichten würde. Auch eine intensive Pflege habe die Schäden nicht verhindern können. Ausdrücklich genannt ist im Grundsatzbeschluss von 2018, dass die Belüftung der Bauteile gesichert werden soll – sprich, dass sich keine Feuchtigkeit mehr sammelt, die das Pilzwachstum fördert.

Von Bedeutung ist die Brücke nicht allein für den örtlichen Verkehr. Ausflügler nutzen sie und sie ist Teil des Internationalen Elberadwegs.