Magdeburg l Ein vom Fraktionschef Jens Rösler und Stadträtin Kornelia Keune unterzeichneter Antrag der SPD hatte 2018 einen Auftrag an die Magdeburger Stadtverwaltung auf den Weg gebracht, die Verkehrssituation in der Friesenstraße zwischen Olvenstedter und Albert-Vater-Straße unter die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse der Überlegungen im Baudezernat waren nun am 7. Februar 2019 Anlass für kritische Nachfragen auf der Sitzung des Bauausschusses des Magdeburger Stadtrats.

So hatte die Stadtverwaltung auf Anregung der Sozialdemokraten herausgearbeitet, dass die Stellplätze auf der Fahrbahn markiert werden könnten – dass dann einige Stellplätze entfallen müssten. Eine solche Vorstellung lehnte CDU-Stadtrat Reinhard Stern während der Ausschusssitzung kategorisch ab: „Wir haben in Stadtfeld ein Riesenproblem mit ruhendem Verkehr.“ Daher könnten die ohnehin knappen Stellplätze nicht weiter reduziert werden.

Einen Weg sieht der Christdemokrat in der Anordnung von Bäumen. Deren Pflanzung hatten die Sozialdemokraten nämlich gefordert, und die Stadtverwaltung hatte dem Wunsch unter Berücksichtigung der bestehenden Gehölze und des Untergrunds nicht widersprochen. Reinhard Stern jedenfalls regte an, dass neue Bäume nach Möglichkeit auf den breiten Gehwegen oder auf den Grünstreifen vor den Häusern gepflanzt würden.

An den Bäumen scheiden sich die Geister

Dies jedoch findet keine Zustimmung beim Grünen-Stadtrat Timo Gedlich: „Ich würde Bäume im Straßenraum besser finden.“ Zum einen würden Bäume, die zu nahe an Häusern stehen, diese möglicherweise schädigen. Zum anderen würden sie dann zu einer Verkehrsberuhigung beitragen.

Eine weitere Nachfrage der SPD sieht die Markierung eines Radfahrstreifens vor. Ob dies denn nötig sei, so die Nachfrage von Reinhard Stern. Ja, so der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann: Man habe mit dieser Regelung in der Großen Diesdorfer Straße inzwischen gute Erfahrungen gesammelt. Dann, so Timo Gedlich, sollten aber auch mehr Fahrradpiktogramme aufgebracht werden, damit der für Radfahrer reservierte Streifen nicht als Parkstreifen missbraucht werde.

Tempo 30 denkbar

Neben einer Beruhigung des Verkehrs durch die Ausweitung der Tempo-30-Regelung der südlichen Friesenstraße auch auf den Nordteil kann sich die Stadtverwaltung auch vorstellen, dass die Straße nicht mehr als Einbahnstraße genutzt wird.

Einer derer, die von den Veränderungen direkt betroffen sein werden, ist Bernd Fangohr. Er lebt in dem Viertel und sagte gegenüber der Magdeburger Volksstimme: „Sicher kann die Situation in der Friesenstraße verbessert werden. Auf keinen Fall aber sollte man die Einbahnstraßenregelung aufheben.“

Stimme für die Einbahnstraßenregelung

Seine Sorge: Für eine Verkehrsberuhigung wäre nichts getan. Zudem würde es zu gefährlichen Situationen an der Bushaltestelle kurz hinter der Kreuzung mit der Olvenstedter Straße kommen. „Hier fahren drei Linien, und oft halten zwei Busse gleichzeitig an der Stelle.“ Der Anwohner befürchtet, dass bei Gegenverkehr Autofahrer zu leichtsinnigen Überholmanövern verleitet würden. Zudem würde sich der Verkehr an der Einmündung der Friesenstraße auf die Albert-Vater-Straße noch schwieriger gestalten, so die Vermutung des Stadtfelders. Mit der neu errichteten Fahrgastinformation an der Bushaltestelle „Friesenstraße“ und der damit verbundenen Ankündigung der Abfahrtszeiten sollte sich das Versetzen des Wartehäuschens nicht erforderlich machen.

Wie es genau in der Friesenstraße weitergeht, ist allerdings unklar: Allein die ersten Vorplanungen würden mit etwa 25.000 Euro zu Buche schlagen, heißt es seitens der Magdeburger Stadtverwaltung.