Weihnachten

Verpasste Rekorde in Magdeburg

2020 wollten Weihnachtsmarkt und Lichterwelt in Magdeburg richtig durchstarten. Daraus wurde nichts. Weitergehen soll es trotzdem.

Magdeburg l Wenn am Donnerstag das Jahr 2020 endet, dann würde normalerweise der Kassensturz der Weihnachtsmarktorganisatoren beginnen. Ganz sicher hätte bei der Bilanz für 2020 ein neuer Rekord bei Umsatz und Besuch des Budenzaubers auf dem Alten Markt in die Bücher eingetragen werden können. Weihnachtsmarkt-Geschäftsführer Paul-Gerhard Stieger: „Im vergangenen Jahr hatten wir mit mehr als zwei Millionen Besuchern ja schon einen Rekord vermeldet, der in diesem Jahr mit Sicherheit noch einmal übertroffen worden wäre.“

Stieger baut seine Prognose auf der Lichterwelt auf. Sie sei 2019 schon ein Erfolg gewesen. Aber Reiseveranstalter hätten erst mal abgewartet und sich angesehen, was die Lichterwelt überhaupt ist. Der große Buchungsboom war deshalb für diese Saison erwartet worden. Und er hatte sich auch schon angedeutet. Mehr als 100 Busfahrten seien schon für den Weihnachtsmarkt 2020 angemeldet gewesen, so Stieger. „Ohne Pandemie wären es über das ganze Jahr sicher noch mehr geworden“, freut und ärgert sich Stieger gleichzeitig. Die Absage des Weihnachtsmarktes sei ein schwerer Schlag gewesen. Die Nachfrage zeige aber auch, dass die Lichterwelt nicht nur für die Magdeburger, sondern auch die Menschen aus der Region ein Anziehungspunkt sei.

Deswegen wolle man im kommenden Jahr weiter auf diese glänzende Attraktion setzen. Stieger: „Wir hoffen natürlich, dass Weihnachtsmarkt und Lichterwelt 2021 wieder ganz normal stattfinden können.“ Dann sollen auch die Erfahrungen aus diesem Jahr mit in die Vorbereitung einfließen. Zunächst hätten nahezu alle Schausteller und Standbetreiber ihre Verträge aus diesem Jahr in die nächste Saison übernommen. Zudem ist geplant, die Lichterwelt auf dem Domplatz weiter zu qualifizieren. Dazu gehören auch Stände. Allerdings solle Ruhe und Besinnlichkeit in der Lichterwelt beibehalten werden.

Man plane deshalb mit ein paar mehr Ständen zur Versorgung, nicht aber mit Fahrgeschäften, die die Atmosphäre stören würden. Buden müssten sich daher mit ihrem Aussehen dem Charakter der Lichterwelt anpassen. Zudem sollen die Figuren auf dem Domplatz weiter auseinandergestellt werden. Das sei eigentlich schon dieses Jahr geplant gewesen. Man habe aber davon abgesehen, weil der Platz ringsum für den Ersatz-Weihnachtsmarkt freigehalten werden musste, der dann allerdings auch ausfiel.

Und so setzen die Weihnachtsmarktmacher jetzt notgedrungen alles daran, den Budenzauber 2021 vorzubereiten. Dazu gehört auch, die Weihnachtsmarkt GmbH am Laufen zu halten. Für November und Dezember seien Hilfen des Bundes beantragt worden. Im Januar gehe die Weihnachtsmarkt GmbH dann in Kurzarbeit - betroffen sind der Geschäftsführer und eine Assistentin – mehr Beschäftigte hat die Gesellschaft übrigens nicht. Insolvenzgefahr sei nicht gegeben. Die GmbH mit ihren Gesellschaftern Stadt Magdeburg (52 Prozent), den beiden Magdeburger Schaustellervereinen, der IG Innenstadt und dem Stadtmarketingverein Pro M (je 12 Prozent) habe noch keine Sonderhilfen der Stadt beantragen müssen und sei vorerst stabil.

Als letzter Akt für dieses Jahr werden über Silvester die Lichterwelt-Elemente auf dem Domplatz komplett und einige Elemente wie das Stadttor, der Flieger oder die Krippe eingezäunt. Sie leuchten aber allesamt weiter. Insgesamt habe man auch in der zweiten Saison bis auf eine Ausnahme an einem Element am Uniplatz keine Vandalismusschäden an den Installationen feststellen müssen.

„Daran sieht man auch, dass die Magdeburger sehr sorgsam und verantwortungsbewusst mit ihrer liebgewonnenen Lichterwelt umgehen. Das freut uns sehr.“ Eine Voraussetzung, um 2021 mit den Elementen dann tatsächlich die erhofften Besucherrekorde erzielen zu können.