Magdeburg l Provokante Aktion, Mutprobe oder nur ein Witz? Dieses Video geht derzeit durch die sozialen Medien. Es wurde in einer Kaufland-Filiale in Magdeburg aufgenommen und zeigt, wie vier junge Frauen die Maskenpflicht zu Corona-Zeiten umsetzen.

Sie betreten den Supermarkt ohne den geforderten Mundschutz. Prompt werden sie von einer Mitarbeiterin des Marktes darauf angesprochen. Und prompt ziehen die Frauen unter ihren Kleidern einen Slip aus und über ihr Gesicht. Die Aktion wirkt vorbereitet und wurde gefilmt. Von wem, ist unklar. Zuerst soll es per WhatsApp verbreitet worden sein, dann landete es im Internet.

Video abends im Magdeburger Markt gedreht

Kaufland ist das Video bekannt. "Es wurde ohne vorherige Ankündigung und ohne Genehmigung am 23. April 2020 abends, kurz vor Marktschließung, in unserer Kaufland-Filiale Magdeburg Stadtfeld-Ost gedreht", erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Volksstimme. "Wir verstehen, dass die Aktion als Witz gedacht war, und viele finden das Video lustig und teilen es in den sozialen Netzwerken. Wir bitten jedoch auch zu bedenken, dass viele Menschen unter der aktuellen Situation leiden und Angst um ihre Gesundheit oder die ihrer Familien haben."

Eine Filmerlaubnis lag laut Kaufland nicht vor. Ein Einverständnis der Mitarbeiterin auch nicht. Auch deshalb sieht das Unternehmen die Verbreitung kritisch.

Magdeburg-Promi postet Video bei Instagram

Gepostet hat es auf Instagram ein nicht unbekannter Mann in Magdeburg: Olaf Bernhardt. Er betreibt unweit des Hasselbachplatzes einen Curry-Imbiss. Und er ist ein Ex-Freund von Anja D. Diese wiederum ist als Ex-Arztgattin in Magdeburg bekannt und wurde vor Kurzem wegen Betrugs verurteilt. Sie hatte jahrelang die Konten ihres Ehemannes leergeräumt und knapp eine Million Euro erbeutet. Bernhardt holte in einer Kolumne eines Magdeburger Magazins zum Rundumschlag gegen sie aus.

Vor wenigen Tagen postete er das Video aus dem Supermarkt. Ob er dafür eine Erlaubnis hatte, ist nicht klar. Er war bislang für ein Statement nicht zu erreichen. Auch eine Frau aus dem Video, die die Volksstimme anschrieb, reagierte bislang nicht auf die Volksstimme-Anfrage.