Magdeburg l Wahlleiter Holger Platz rechnet am 26. Mai 2019 mit einer langen Wahlnacht. „Nicht vor Mitternacht“, prognostiziert Platz, dürfte das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl zum Magdeburger Stadtrat vorliegen. Grund für die erwartete lange Zählfrist ist die parallel zur Kommunalwahl stattfindende Europawahl. Die hier abgegebenen Stimmen müssen zuerst ausgezählt werden; erst danach beginnen die Wahlvorstände mit der Auszählung zur Neubesetzung des Stadtrates vor Ort.

Im Rathaus informierte Wahlleiter Platz am 24. April 2019 gemeinsam mit Wahlamtsleiter Tim Hoppe über den Stand der Vorbereitungen auf den Wahlsonntag. Die ersten Hürden sind genommen. Alle Wahlbenachrichtigungen wurden verschickt.

Viele freiwillige Wahlhelfer

Was Platz besonders freut: „Wir hatten in diesem Jahr auch richtig guten Zulauf von Freiwilligen, die als Wahlhelfer mitarbeiten wollen.“ Die rund 1600 Helfer, die zur reibungslosen Organisation der Stimmabgabe in den 159 Magdeburger Wahllokalen und zur Auszählung der Stimmen gebraucht werden, seien im Prinzip komplett und würden aktuell geschult. „Allerdings sind wir froh, wenn sich nach wie vor weitere Wahlhelfer melden. Wir brauchen noch eine Reserve“, ermuntert Platz.

Optimistisch ist Platz in Sachen Wahlbeteiligung. „Die Wahlbenachrichtigungen sind erst am Dienstag raus und bereits einen Tag später haben wir je 600 Anträge auf Briefwahl zur Kommunal- und Europawahl.“ Magere 37 Prozent der wahlberechtigten Magdeburger gaben zur letzten Kommunalwahl 2014 ihre Stimme ab.

Hoffnung auf gute Wahlbeteiligung

Holger Platz, Wahlleiter mit Neutralitätsgebot damals wie heute, aber als Beigeordneter für Umwelt, Recht und Verwaltung – sozusagen Stadtminister – selbst politisch in der SPD zu Hause, steckt die miserable Wahlbeteiligung bis heute ein Stück weit in den Knochen. „Alles unter 50 Prozent ist eigentlich indiskutabel.“

Platz hofft innig, dass der neue Stadtrat von Magdeburg – 56 Plätze – von einer Mehrheit der wahlberechtigten Magdeburger getragen wird.

Lange Stimmzettel erinnern an Tischläufer

Als Platz und Hoppe die Stimmzettel – insgesamt gibt es sogar drei verschiedene Formate – präsentieren, haben sie – wie am 26. Mai jeder Wähler in seiner Kabine – einige Faltarbeit zu leisten. Für die Europawahl muss der Wähler einen fast einen Meter langen weißen Stimmzettel überschauen; er erinnert an einen Tischläufer.

Das Format eines quadratischen Platzdeckchens hat dagegen der grüne Stimmzettel zur Kommunalwahl. Die Wahlberechtigten in Randau/Calenberge, Pechau und Beyendorf-Sohlen bekommen noch einen dritten Stimmzettel in Rosa dazu. Mit ihm wird der Ortschaftsrat neu besetzt, den es nur in diesen drei dörflichen Stadtrandlagen gibt.

Der Countdown läuft. Am 26. Mai 2019 gegen Mitternacht steht fest: Wer übernimmt bis 2024 die Macht im Rat?