Magdeburg l „Für uns Magdeburger mag das ja noch gehen, aber wer extra von außerhalb kommt? Das kann man doch nicht einfach so machen“, ärgert sich ein junger Mann. Er hat soeben versucht, mit seiner schwangeren Freundin durch das Drehkreuz in den Park zu gelangen; für einen Parkspaziergang bei herrlichem Herbstwetter und über die Wintermonate sogar freiem Eintritt.

Wohl kaum ein Zufall

Doch die Eingänge waren verschlossen und bleiben es insgesamt vier Tage – genau so lange, wie gleich nebenan in den Messehallen der AfD-Parteitag unter massiven Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne geht. Von Freitag, 16. November, bis Montag, 19. November – ganztägig. Das neben dem Eingang Tessenowstraße angebrachte Schild erklärt, Wartungsarbeiten seien Grund für die Schließung.

Doch an diesen „Zufall“ mag auch die Magdeburgerin Petra Schubert nicht glauben, die schon am Freitag vor verschlossenen Parktüren gestanden hatte. „Der Elbauenpark duckt sich vor den Realitäten weg“, beklagt sie.

Anordnung der Polizei

Die Volksstimme hakte am Wochenende bei Parkgeschäftsführer Steffen Schüller nach. Der räumt auf Nachfrage ein, dass der Hauptgrund der Schließung eben doch im zeitgleich in den Messehallen stattfindenden Parteitag der AfD zu finden sei. Es habe eine Anordnung der Polizeibehörde gegeben. Der angrenzende Teil des Großen Cracauer Angers, also des Elbauenparks, an das Messegelände werde in die Sicherheitszone einbezogen.

„Wir haben jetzt zur Zeit des freien Parkeintritts nur einen Wachmann auf dem Gelände. Der kann nicht kontrollieren, wer da alles rein und raus geht“, argumentiert Schüller. Oder vielleicht sogar versuche, über den Zaun zu klettern. Gegner des AfD-Treffens hatten Gegendemos und Aktionen angekündigt, weshalb auch ein Großaufgebot der Polizei das Messegelände weiträumig abgesperrt hatte.

"Künftig offensiver kommunzieren"

Die Parkleitung habe deshalb entschieden, den Park für die vier Tage gleich ganz zu zu lassen. Zumal Wartungsarbeiten an einigen Toilettenanlagen im Park geplant gewesen seien. „Die sollten bei der Gelegenheit gleich mit durchgeführt werden“, sagt Steffen Schüller. „Aber natürlich nicht am Wochenende“, schränkt er ein.

Aber warum wurden die Elbestädter nicht vorab über die mehrtägige Komplettschließung informiert? In anderen Fällen, vor allem bei Veranstaltungsankündigungen, klappt die Pressearbeit auch reibungslos. Einen Verweis auf der Park-Homepage gab es zwar, aber ansonsten keinerlei Ankündigung. Es sei „bedauerlich, wenn Gäste vor verschlossenen Türen gestanden haben. Wir hätten das offensiver kommunizieren müssen“, so Parkchef Schüller weiter.