Magdeburg l Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) müssen ihre Gleise auch im Winter freihalten. Das habe am 10. Dezember 2017 nach den Schneefällen auch gut geklappt, sagte Tim Stein als Pressesprecher der Magdeburger Verkehrsbetriebe. Lediglich an der Kreuzung Halberstädter Straße, Ecke Leipziger Straße, sei eine Weiche zugefroren.

Stein begründet das mit dem Autoverkehr, der über die Gleise fährt und den Schnee regelrecht in die Gleise hineinpresse. Zwar gebe es auch an dieser Weiche eine Heizung. Die habe das Eis jedoch nicht so schnell schmelzen können. Die Straßenbahnfahrer mussten dann aussteigen und die Weiche freifegen. Dadurch hatten fünf Bahnen Verspätung, erklärte Stein.

Winterdienst auf 133 Kilometern

Für den Winterdienst im 133 Kilometer langen Magdeburger Schienennetz sind die Magdeburger Verkehrsbetriebe selbst verantwortlich.

Die orangefarbene Tatrabahn kommt dabei noch einmal ganz groß heraus. Aber nicht etwa um Fahrgäste zu befördern, sondern um in der Betriebsruhe der Straßenbahn die Oberleitungen frei von Eis zu halten.

Glycerin gegen Eis an Oberleitung

Der am Fahrzeug zusätzlich montierte Stromabnehmer verfügt über eine Rolle und schmiert damit die Oberleitung mit einem Glycerin-Gemisch ein. Das Gemisch soll das Einfrieren der Oberleitung verhindern. Dies funktioniert jedoch nur bei Trockenheit. Bei Niederschlag wird das Gemisch sofort wieder abgewaschen.

Sollte sich bereits ein Eispanzer an der Oberleitung gebildet haben, wird eine weitere umgebaute Tatrabahn mit einem speziellen Stromabnehmer mit einer Kratzleiste eingesetzt. Bei starkem Schneefall können die MVB zusätzlich auf die schienengebundenen Schneepflüge zurückgreifen.

Magdeburger Tatrabahn ist Multitalent

Dies sind umgebaute Straßenbahnen, die über hydraulische Räumschilder verfügen. „So gesehen ist die Tatrabahn auf ihre alten Tage ein echtes Multitalent und im wahrsten Sinne des Wortes der ‚Eisbrecher‘ der Magdeburger Verkehrsbetriebe“, sagte Tim Stein.

Zehn Zentimeter Neuschnee sind laut Gunter Clauß vom Deutschen Wetterdienst am 10. Dezember 2017 in Magdeburg gefallen. Ungewöhnlich sei das nicht für diese Jahreszeit. Die weiße Pracht sorgte für einen umfangreichen Einsatz des städtischen Winterdienstes.

Dauerschnee in Magdeburg

„Ab 16  Uhr etwa fiel Dauerschnee“, berichtete Andreas Stegemann als Chef des Magdeburger Winterdienstes. Um 16.30 Uhr sei die komplette Flotte ausgerückt. 20  große Streuräumfahrzeuge waren im Einsatz, um die Hauptverkehrsachsen vom Schnee zu befreien. 200  Tonnen Salz haben die Mitarbeiter auf den Straßen Magdeburgs verstreut.

„Das Problem war der Dauerschnee“, berichtete Stegemann. Die Räumfahrzeuge hätten geschoben und gestreut, dann seien die Straßen aber relativ schnell wieder zugeschneit. Auf dem Nordbrückenzug seien die Straßen zeitweise auch vereist gewesen. „Richtige Eispanzer auf der Straße hatten wir jedoch nicht.“ Bis 23  Uhr seien die Fahrzeuge im Einsatz gewesen und dann wieder ab 2.45  Uhr am Montagmorgen.

Unfälle in Magdeburg

Durch den Schneefall am Sonntag kam es vermehrt zu Unfällen, informierte Marc Becher als Pressesprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord auf Nachfrage. Zumeist sei es bei Blechschäden geblieben. Ein Unfall ereignete sich beispielsweise am Sonntagabend an der Kreuzung Otto-von-Guericke-Straße/ Stresemannstraße. Hier rutschte ein BMW in einen Nissan.

Für die nächsten Tage ist erst mal Entspannung angesagt, denn laut Gunter Clauß vom Wetterdienst ist vorerst kein Schnee in Sicht.