Coronavirus

Wie Magdeburg mit der Zweit-Impfung für Impf-Touristen umgeht

Einst war in Magdeburg das Corona-Impfzentrum für Auswärtige geöffnet. Dann unterband OB Trümper den Impf-Tourismus. Doch wie kommen die erstgeimpften Nicht-Magdeburger nun an ihre zweite Impfung?

Von Anja Guse
Für einen besseren Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus sind zwei Impfungen notwendig. Symbolfoto: dpa

Magdeburg. Noch immer reagiert Magdeburgs Stadtchef Lutz Trümper zerknirscht auf Fragen zum Impf-Tourismus. Noch immer kann der Oberbürgermeister nicht nachvollziehen, warum Menschen für eine Corona-Schutzimpfung von A nach B fahren. Und doch stellt sich nun auch die Frage: Wo bekommen die Impf-Touristen ihren zweiten Pieks?

Personen, die nicht aus Sachsen-Anhalt kommen, aber in Magdeburg ihre Erst-Impfung erhalten haben, sollen nun angeschrieben werden. Sie werden gebeten, sich für ihre zweite Corona-Schutzimpfung einen Termin in ihrer Heimat zu holen. Das erklärte Trümper am 21. April 2021 bei einer Pressekonferenz.

Doch wie die Stadt mit Geimpften aus Nachbarkreisen umgehen will, stehe noch nicht fest. „Das habe ich noch nicht entschieden“, so Trümper.

Aktuell können - sofern Termine vorhanden sind - nur Magdeburger oder Menschen mit einem dauerhaften Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt einen Impf-Termin im Impfzentrum/Messehalle 3 buchen. Bei Falschangaben werde der Termin storniert, heißt es auf dem Impf-Portal der Stadt.

Hintergrund: Die Stadt Magdeburg hatte vor etwa zwei Wochen kurzfristig hunderte Astrazeneca-Impfdosen bekommen, die schnellstmöglich verimpft werden sollten. Dafür sei vom Land Sachsen-Anhalt die Prio 3 geöffnet worden.

Diese Nachricht verbreitete sich schnell im Internet. Sogar Zeitungen griffen das Thema auf und titelten „Impf-Trip von Braunschweig nach Magdeburg“. Ergebnis: Neben etwa 2800 Magdeburgern seien auch rund 2000 Menschen aus dem Umland und Niedersachsen und sogar Hamburg in Magdeburg geimpft worden. Sehr zum Ärgernis von Trümper, der diesem Impf-Tourismus einen Riegel vorschob. Es müsse das Wohnort-Prinzip gelten.