Magdeburg l Den Magdeburger Hafen gibt es als Umschlagplatz für Industriegüter und als Handelsplatz bereits seit dem 19. Jahrhundert. Er gehörte mit zu den größten Binnenhäfen Europas. Die „Transportwerk Magdeburger Hafen GmbH“ ist dazu im Vergleich ein noch junges städtisches Unternehmen. Nach der Wende 1992 wurde es gegründet und feierte 2017 sein 25-jähriges Bestehen.

Der Hafen war und ist eine Erfolgsgeschichte. Mit seinen 625 Hektar Gewerbefläche und der 6,7 Kilometer langen Kaimauer ist er der größte Binnenhafen Ostdeutschlands und neben Hamburg der zweitgrößte Hafen an der Elbe. Rund 4 Millionen Tonnen Güter werden dort jährlich umgeschlagen. Dabei hat er einen ganz speziellen Vorteil: das Wasserstraßenkreuz Rothensee. Dadurch ist die Elbe mit Hilfe der Sparschleuse Rothensee direkt mit dem Mittellandkanal verbunden.

Unternehmen schätzen Standort

„Es war damals eine für Magdeburg sehr wichtige Entscheidung, dieses Kreuz zu bauen“, meinte Hafen-GmbH-Chef Karl-Heinz Ehrhardt während einer Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen des Unternehmens. Damit sei der Magdeburger Hafen in Ost-West-Richtung und in Nord-Süd-Richtung mit allen Binnenhäfen in Deutschland und Europas verbunden. Ein wichtiger Standortvorteil, den mittlerweile viele Logistikunternehmen zu schätzen wüssten.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft des Hafens war die Neuausrichtung des Unternehmens. 2001 hat sich das Land Sachsen-Anhalt aus dem Unternehmen zurückgezogen. „Damit wurde man viel flexibler in der Unternehmenspolitik, konnte schneller reagieren und Entscheidungen treffen“, so Ehrhardt. Allerdings habe sich das Land nicht „aus der Verantwortung“ für den Hafen zurückgezogen, betonte Wirtschaftsminister Armin Willingmann. Das Land habe den Hafen mit rund 30 Millionen Euro an Fördermitteln bedacht. Der Hafen sei nicht nur für Magdeburg, sondern für das ganze Land ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Darum werde das Land den Hafen weiter fördern, im Frühjahr konnte ein Fördermittelbescheid über 40 Millionen Euro übergeben werden.

Positive Entwicklung

Mittlerweile können im Hafengebiet sämtliche Massengüter umgeschlagen werden, dazu gehören chemische Erzeugnisse, Steine, Erden, Düngemittel, Güter aus Land- und Forstwirtschaft, Erdöl, Eisen, Stahl, Brennstoffe, Erze, Nahrungs- und Futtermittel und nichtgefährliche Abfälle.

Neben zahlreichen Logistik- und Industrieunternehmen ist vor allem auch das Umschlag- und Tanklager (MUT) der Dettmer-Gruppe ein wichtiger „Anker“ des Magdeburger Hafens. Auch das MUT-Lager feiert in diesen Tagen sein 25-jähriges Bestehen. „Man hat uns damals gesagt: Jetzt sind sie komplett verrückt geworden, als wir uns für den Magdeburger Standort entschieden haben“, blickt Unternehmens-Chef Heiner Dettmer zurück.

Magdeburger Hafen soll weiter wachsen

Man war aber immer vom Standort Magdeburg überzeugt, „und die Entwicklung hat uns recht gegeben“, so Dettmer. Das MUT-Tanklager hat eine Kapazität von 81.200 Kubikmetern und könne noch weiter ausgebaut werden.

In den kommenden Jahren werden besagte 40 Millionen Euro in den Hafen investiert. Mit dem Geld soll er nicht nur weiter modernisiert, sondern noch unabhängiger vom Wasserstand der Elbe und so zu einem Ganzjahreshafen werden. „Ich bin mir sicher, dass wir damit weitere Investoren gewinnen können“, blickt Hafen-Chef Ehrhardt in die Zukunft.