Magdeburg l Fehlende Parkplätze in der Hermann-Beims-Siedlung in Magdeburg sind seit Jahren ein Problem. Da es in den sanierten Wohnungen kaum noch Leerstand gibt – vorher standen in einigen Häusern ein Drittel der Wohnungen leer – nimmt dieses Problem sogar noch zu.

Ulrich Schneider ist technischer Leiter der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau), die mit 2000 Wohnungen in dem Viertel über den weitaus größten Wohnbestand verfügt. Er sagt: „Wir arbeiten derzeit intensiv an Ideen, neue Parkmöglichkeiten zu schaffen.“ Geklärt werden muss das Thema mit den Vertretern des Denkmalschutzes und aus der Stadtplanung. Unabhängig von möglichen Plänen der Wobau: Denkbar ist hier viel, von der Tiefgarage bis hin zu einem Parkhaus.

Charakter der Siedlung erhalten

Das Ziel ist es, den Charakter der Siedlung zu erhalten, zum Teil sogar wiederherzustellen, und auf der anderen Seite die Bedürfnisse der heutigen Mieter zu erfüllen. Sprich: Viele Wohnungen erschienen zu klein. Ulrich Schneider: „Daher ändern wir die Zuschnitte der Wohnungen, legen zum Teil sogar Wohnungen zusammen.“ Zu all diesen Vorhaben muss der Denkmalschutz zustimmen. Ebenso wie beim Anbau von Balkonen.

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Im Original hatte die Hermann-Beims-Siedlung kaum Balkone. Heute aber wünschen sich die meisten Menschen einen Balkon. Die Lösung: Es werden Balkone hinter die Häuser gesetzt, „die sich fast wegnehmen“, wie Ulrich Schneider es ausdrückt: Sprich: Mit der gleichen Farbe der Fassade und schmalen Trägern fallen sie kaum auf.

Siedlung wird an Fernwärme angeschlossen

Ebenso eine Forderung der heutigen Zeit ist eine preiswerte Wärmeversorgung. Dazu soll das Viertel ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Die Städtischen Werke bereiten den Bau der Fernwärmetrasse inzwischen vor. „Natürlich wird das auch auf unseren Grundstücken zu umfangreichen Bauarbeiten führen“, sagt Ulrich Schneider. Allerdings werde man auf den Grundstücken des Unternehmens genau darauf achten, dass alle großen Bäume erhalten werden. Gerade die geplante Fällung von Pappeln in der auf städtischem Grund befindlichen Pappelallee hatte in den vergangenen Monaten für Diskussionen gesorgt.

Um den Charakter der Siedlung weiter an das anzugleichen, was die Menschen vor 95 Jahren hier vorfanden, möchte die Wobau in den kommenden Jahren 17 Lampen auf Säulen an der Pappelallee installieren. Die ersten beiden werden an der Kreuzung mit der Flechtinger Straße noch 2019 aufgebaut.

Weitere Bänke werden aufgestellt

Auch werden weitere Beimsbänke, wie es ein Exemplar bereits am Beimsplatz gibt, aufgestellt. Dazu gibt es Unterstützung von der Stadt. Ulrich Schneider sagt: „Dafür sind wir sehr dankbar. Und es ist klar, dass wir bei der weiteren Gestaltung des Viertels – anders als in den Jahren zuvor – ohne die Hilfe von Sponsoren und Fördermittelgebern nicht weiterkommen werden.“

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