Magdeburg l Die letzten Handgriffe sind gemacht: Für Tim Schäper und seine Frau heißt es bald wieder „Leinen los“ und zurück in die Heimat nach Utrecht an den Ratzeburger See. In der Freizeit allerdings schippern die beiden über deutsche und europäische Gewässer. Zwar waren sie schon des Öfteren in Magdeburg und legten mit ihrem Boot am Yachthafen an, doch war der aktuelle Zwischenstopp so nicht geplant. „Das hier ist auf unserem Weg die erste Werft nach der tschechischen Grenze“, erklärt Tim Schäper.

60 Plätze für Boote

Im Gegensatz zu dem Paar wissen allerdings nur wenige Magdeburger, dass es diese Werft gibt und was es mit dem Yachthafen überhaupt auf sich hat.

Nach einer Insolvenz der dort angesiedelten Werft übernahm Michael Günther den Yachthafen. Heute gibt es im Yachthafen, der 1842 als Winterhafen angelegt wurde, zwischenzeitlich als Handels- und später als Zollhafen genutzt wurde, 60 Liegeplätze für Boote und Schiffe. Auch ein Forschungsboot des Helmholtz-Zentrums und ein THW-Rettungsboot ankern hier. Zudem gibt es einen Werftbetrieb, der Wartung, Reparatur und Instandsetzung von Schiffsmotor umschließt. Die Reparatur kann aber – wie bei Tim Schäper und seiner defekten Schiffsschraube – auch in die eigene Hand genommen werden.

Erweiterung geplant

Doch ausgerechnet ihre Schiffsschrauben werden für Anlieger des Yachthafens immer wieder zum Problem. Denn durch das Hochwasser von 2013 hat sich in der Zollelbe, die als Einfahrt zum Yachthafen fungiert, Sand abgelagert. Aber das für diesen Elbebereich verantwortliche Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt fühlt sich nicht zuständig, die Verschmutzung zu beseitigen, weil es dazu laut Gesetz nicht verpflichtet sei. Je nach Pegelstand kommt es dadurch bei ein- und ausfahrenden Booten und Schiffen aber immer wieder zu Schäden. „Das muss sich ändern“, findet Michael Günther. Seiner Meinung nach müsse doch auch der Stadt daran gelegen sein, Bootstouristen die Möglichkeit zu geben, einen so zentral in der Stadt gelegenen Anlegeplatz ohne Schaden zu erreichen und den Tourismus in Magdeburg so zu fördern. Generell findet Michael Günther: „Wir leben viel zu wenig mit der Elbe.“ Das will er ändern. In der Werfthalle arbeiten er und seine Angestellten aktuell an einem Katamaran, der später für Feste auf der Elbe vermietet werden soll. Geplant ist außerdem, das 15 Meter lange und mit Küche und WC ausgestattete Partyschiff in Serie zu produzieren und zu verkaufen.

Zudem würde Yachthafenbetreiber Michael Günther das Hafenareal gern vergrößern. „Wir haben Probleme, alle Schiffe im Winter an Land unterzubringen.“ Doch darüber entscheidet letztlich die Stadt Magdeburg, von der er ein Grundstück kaufen möchte.