Magdeburg l Noch schauen die neuen Zoobewohner nur den Bauarbeitern bei ihrer Arbeit zu. Bis die Anlage eröffnet werden kann, ist noch einiges zu tun. Der bekannte Holzsteg in Augenhöhe der baumbewohnenden Affen soll zum Beispiel wieder installiert werden, berichtet Zoosprecherin Regina Jembere. Der neue Besucherweg ist auch noch nicht ganz fertig, er führt künftig hinter dem Haus entlang. Doch die meisten „Mieter“ sind bereits eingezogen und können sich an die fremde Umgebung gewöhnen.

Einige von ihnen sind echte Exoten, die es in keinem anderen Zoo in Deutschland gibt. So zogen die einzigen Goldbauchmangaben, eine Affenart aus Zentralafrika, von Wuppertal nach Magdeburg. Ebenfalls nirgendwo sonst kann man die Nördliche Zwergmeerkatze in einem deutschen Zoo beobachten. Die kleinen Primaten teilen sich ihre Anlage mit einer Neuanschaffung, den Afrikanischen Quastenstachlern, rein optisch eine Kreuzung aus Stachelschwein und Ratte.

Ein „Machteburjer“ Mandrill

Die ehemalige „Schimpansenwohnung“ hat bereits die Mandrill-Gruppe aus dem Münsteraner Zoo in Beschlag genommen. Ein Männchen, fünf Weibchen und sechs Jungtiere gehören dazu. Eines davon ist bereits ein echter „Machteburjer“, es wurde hier geboren. Besonders der Chef im Haus fällt mit seinem blauen Gesicht und seinem knallroten Hinterteil auf. Weil die Anlage nun ohne Dach und somit ein „Kalthaus“ ist, bekommen die Mandrille eine „warme Stube“.

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Ebenfalls neu in Magdeburg sind die Lady-Ross-Turakus. Die Kuckucksvögel gründen eine WG mit Kräuselperlhühnern. Den Bestand im Mandrillhaus komplett machen Grautokos (eine Nashornvogelart) und Buschschliefer (Nager). Wie alle anderen Bewohner der umgebauten Anlage sind sie ursprünglich in Zentralafrika beheimatet.

Mit den Mandrillen, Blutbrustpavianen, Schimpansen und Lemuren hat der Magdeburger Zoo eine Vielzahl von Affenarten im Bestand. „Anhand der Tiere kann man Schülern die Evolution erklären“, sagt Regina Jembere, ein Angebot, das künftig ausgebaut werden soll.

Massiver Schimmelbefall

Im April 2000 war das neue Zuhause für die beiden Schimpansen „Nana“ und „Wubbo“ sowie drei extra angeschaffte Orang-Utans eröffnet worden. Drei Jahre später waren zwei der Tiere tot und das Haus musste wegen massiven Schimmelbefalls schließen. „Es stand nicht unter einem so glücklichen Stern“, fasst die Zoo-Sprecherin die bisherige Geschichte des Hauses zusammen. Die Hoffnung ist groß, dass der Umbau jetzt das Schlusskapitel mit einem glücklichen Ende ist.

Die Eröffnung des Mandrillhauses mit geladenen Gästen ist am 21. Juli, Zoo-Besucher können sich die Anlage einen Tag später anschauen.