Oebisfelde l Die Menschen in der Kommune Oebisfelde-Weferlingen, jedenfalls die, die sich für einen kommunalen Breitbandanschluss entschlossen haben, können sich berechtigte Hoffnung auf das baldige Verfügen von einem bis ins Haus liegenden Glasfaseranschluss machen. Der Stadtrat hat mit seinem Beschluss vom 19. Juni nunmehr auch der Vergabe für die Vergabe der Planungs- und Bauleistungen für das kommunale Giga-Netz geebnet. Wie der derzeit als Bürgermeister fungierende Bauamtsleiter Uwe Dietz auf Anfrage informiert, wurde die Stadt sich mit dem Unternehmen Allinq Networks GmbH aus Rheine darüber einig, dass der Betrieb aus dem Westfälischen als Generalunternehmer den Auftrag zur Durchführung der Planungs- und Bauleistungen auftritt.

Das Unternehmen verfügt nach Angabe von Dietz bereits durch zirka 175 000 Glasfaseranschlüsse in den Niederlanden und 25 000 in Nordrhein-Westfalen über umfangreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet. Wie vorgesehen, wird der Ausbau im Bereich Oebisfelde-Weferlingen in sogenannten Clustern, also Ausbau-Teilbereichen, erfolgen.

Der Zuschnitt und die Reihenfolge des Ausbaus der Cluster ist dabei von diversen Rahmenbedingungen abhängig, so Dietz. Bedarfsanmeldungen innerhalb der Ortsteile, vorhandene Infrastrukturen, Genehmigungsverfahren bei erforderlichen Kreuzungen von Verkehrsanlagen, Gewässern und Bahntrassen gehören ebenso dazu, wie die Belange des Natur- und Denkmalschutzes und Belange der Träger der Ver- und Entsorgung und der Straßenbaulast, beschreibt Dietz einige Hürden für den Baubeginn. Zu Beginn dieser Woche stimmten sich die beauftragte Firma und die Vertreter der betroffenen Ver- und Entsorgungsunternehmen ab. Allinq Networks wird in den nächsten zwei bis drei Monaten die entsprechenden Vor- und Ausführungsplanungen für die ersten Abschnitte erarbeiten. Die Stadt rechnet daher mit einem Ausbaubeginn Ende September/Anfang Oktober. Bis dahin stehen auch die Ausbauabschnitte fest.

„Die Umsetzung der Gesamtmaßnahme wird den Zeitraum vom 2018 bis 2020 in Anspruch nehmen. Bei einem Vollausbau des Gesamtgebietes mit 100 Prozent Anschluss-leistung würden kalkulatorisch Investitionskosten in Höhe von zirka 37 Millionen Euro plus Finanzierungskosten entstehen. Für diese Komplexmaßnahme hat die Stadt eine vorläufige Förderzusage des Bundes in Höhe von 15 Millionen Euro bereits erhalten“, erläutert Dietz die finanzielle Seite. Der Eigenanteil der Maßnahme wird seitens der Stadt über Kommunalkredite finanziert (Volksstimme berichtete). Nach den derzeitigen Finanzplanungen wird die Refinanzierung des Gesamtvorhabens voraussichtlich mehr als 35 Jahre in Anspruch nehmen. Im Rahmen der gemeinsamen Vorbereitung der Maßnahme hat die Stadt, als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Breitband des Landkreises Börde, für die Vorbereitungsmaßnahmen und Grundlagenermittlungen zirka 60 000 Euro verwendet, die mit 50 000 Euro durch den Bund gefördert werden.

Alle bisher unentschlossenen Grundstückseigentümer, aber auch Mieter, sollten diese einmalige Chance vor dem Baustart noch nutzen, um über eine Vorbestellung ihr Interesse an einem Anschluss an das kommunale Glasfaser-Breitbandnetz zu bekunden, lautet der Dietz-Rat.

Antragsunterlagen können direkt über die Homepage des Netzbetreibers, der DNS:NET GmbH, unter www.breitbandengel.de“ oder über das Bauamt der Stadt Oebisfelde-Weferlingen bezogen werden.