Oebisfelde l Ziel soll eine deutlich verbesserte Über- und Lebensqualität der streng geschützten Marderart im Quellgebiet in der Naturlandschaft der tausend Gräben sein.Das anspruchsvolle und finanziell durch Mittel des sogenannten ELER-Fonds getragene Projekt hat sich bereits im Jahre 2017 zwischen der Deutschen Umwelthilfe und der damals noch so benannten Naturparkverwaltung Drömling angebahnt. Ausschlaggebend für die seit vergangenem Oktober gestartete und nun ab kommenden April beginnende aktive Phase war die Tatsache, dass der Drömling zu den angestammten Lebensräumen, den sogenannten Quellgebieten gezählt hat und immer noch zählt, erläuterte die Projektleiterin Sabrina Schulz von der Deutschen Umwelthilfe. Damit das auf eineinhalb Jahre ausgelegte Projekt aber auf einer breiten öffentlichen Basis fußen kann, hatte die Biosphärenreservatsverwaltung als Kooperationspartner am Donnerstag zu der Auftaktveranstaltung in den Rittersaal eingeladen, hieß es vom Biosphärenreservatsleiter Fred Braumann. An dem Projekt können und sollen Kommunen, die Straßenbaubehörden, aber auch Schulen und Privatleute beteiligt werden, so Braumann.

Das Fischotter-Projekt besteht bei der Deutschen Umwelthilfe bereits seit 2002, wobei Schulz darüber informierte, dass der Fischotter bereits ab den 1950er Jahren an gewässerreichen Regionen der damaligen DDR nachgewiesen worden war. Braumann fügte an, dass der Drömling vom damaligen Rat des Bezirks als das einzige Schonungsgebiet in der Republik ausgewiesen worden war.

Otter beansprucht 6000 Hektar

Den Fischotter allerdings zu Gesicht zu bekommen, das ist aus mehrerlei Gründen ein absoluter Glücksfall, wie Matthias Dumjahn von der Biosphärenverwaltung im Rittersaal den Zuhörern erläuterte. Der „Lutra lutra“, so die lateinische Bezeichnung für den Fischotter, ist ein äußerst scheues, zudem fast ausschließlich nachtaktives Wildtier.

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Als Einzelgänger unterwegs, verbringt ein Fischotter sein in der Regel nur drei Jahre andauerndes Leben mit ausgedehnten Streifzügen. Experten geben den Lebensraum eines einzigen Tieres mit zirka 6000 Hektar an. Die Fischotter-Population benötigt flache und saubere Fließgewässer. Dumjahn selbst hat noch keinen einzigen Fischotter in der freien Natur zu Gesicht bekommen. Dass diese Marderart jedoch im Drömling zweifellos vorkommt, das zeigen Spuren und die sogenannte Losung, also die Nahrungsausscheidungen am Steimker und Köckter-Graben, am Aller- oder auch am Mittellandkanal auf, wusste Dumjahn. Eindeutige Hinweise würden zudem immer wieder Totfunde geben.

Das Gesicht der Deutschen Umwelthilfe bei diesem Fischotter-Projekt im Drömling ist Christin Hildebrandt. Die studierte Naturschutz- und Landschaftsplanerin wird ab April ihren beruflichen Mittelpunkt für die Umwelthilfe bei der Biosphärenreservatsverwaltung haben. Von dort aus wird sie das vorrangige Konfliktfeld von Gewässer als Lebensraum für Fischotter und den Straßenverkehr versuchen zu entschärfen.

Ein Fischotter, aus bislang nicht bekannten Gründen, passiert keine Wasserläufe, die von Brücken überspannt werden, so Hildebrandt. Um die Tiere vor dem Verkehrstod zu schützen, will sie Passagen an Brückenbauwerken in Absprache mit den Behörden schaffen, so ihre Information.