Ansaat auf eigener Scholle

Große Nachfrage aber nur wenige Kleingärten: Oebisfelder haben in der Pandemie mehr Lust auf Grün

Während besonders in den Ballungsgebieten das Interesse an Kleingärten enorm gestiegen ist, klingelt aber auch beim Kleingartenverein Oebisfelde mit Blick auf das Vermitteln von Parzellen oft das Telefon. Vor allem die Corona-Pandemie mit Heim- und Kurzarbeit ist dafür ein Hauptgrund.

Von Jens Pickert
Einige Parzellen des Kleingartenvereins Oebisfelde, insgesamt gibt es zwei Anlagen, befinden sich in einem hervorragenden Zustand. Bei der Gestaltung des Landes wird den Eigentümern oder Pächtern viel freie  Hand gelassen.
Einige Parzellen des Kleingartenvereins Oebisfelde, insgesamt gibt es zwei Anlagen, befinden sich in einem hervorragenden Zustand. Bei der Gestaltung des Landes wird den Eigentümern oder Pächtern viel freie Hand gelassen. Fotos: Jens Pickert

Ortsname

„Eine vermehrte Nachfrage nach Kleingartenland, trotzdem wir uns in einer eher ländlich geprägten Region befinden, kann ich bestätigen“, informierte Peter Schmidt, seit vielen Jahren Vorsitzender der Kleingärtner. Er merkte an: „Leider müssen wir in den meisten Fällen absagen. Denn die Parzellen, insgesamt sind es in unseren beiden Anlagen knapp 100, sind belegt. Allerdings wird der Vorstand hin und wieder nicht informiert, wenn eine Parzelle zu verkaufen oder zu verpachten ist. Das macht der Eigentümer dann selbstständig. Dies geht natürlich in Ordnung.“

Erfreulich ist nach Meinung des Vorsitzenden, dass immer wieder junge Familien Interesse bekunden und hin und wieder auch eine freie Parzelle ergattern.

Auf Stammkräfte bauen

„Wir haben noch einige bewährte Stammkräfte, die teilweise über 70 oder 80 Jahre alt sind. Dennoch halten sie ihren Garten vorbildlich in Schuss. Doch irgendwann ist für sie Schluss. Wir hoffen, dass wir für sie engagierte Nachfolger finden“, berichtete Peter Schmidt. Für junge Familien wäre ein Stück Gartenland, insbesondere für die Kinder, ideal. Zumal sie in seinem Verein mit Blick auf die Gestaltung der Parzelle keinen großen Zwängen unterworfen seien. „Alles ist natürlich nicht erlaubt, aber was das Pflanzliche betrifft, sind wir sehr offen. Es hängt aber alles von den freien Kapazitäten ab. Und die sind derzeit leider sehr begrenzt“, erläuterte Schmidt.

Da der Kleingartenverein Oebisfelde keinem übergeordneten Verband angehört, weder auf Bundes- noch auf Landesebene, müssen auch die Verordnungen dieser Verbände, beispielsweise was wie angebaut werden kann und darf, auch die Größe des Rasens, nicht befolgt werden. „Dass der Verein in keinen Verband eingetreten ist, haben wir kurz nach der Wende unseren Vorgängern im Vorstand zu verdanken. Ich denke, es war eine gute Entscheidung“, betonte Peter Schmidt.

Neuer Vorstand wird gewählt

Das Coronavirus hat indes auch bei den über 100 Mitgliedern des Kleingartenvereins Spuren hinterlassen. So fiel im vergangenen Sommer das Grillfest der Pandemie zum Opfer. Auch in diesem Jahr hat sich die Situation bislang nicht verbessert. Dazu Peter Schmidt: „Der Vorstand konnte sich seit Monaten nicht mehr treffen. Auch unsere Jahreshauptversammlung, die üblicherweise im März oder April abgehalten wird, mussten wir absagen.“ Peter Schmidt hofft, dass sich die Lage bis zum Sommer so weit normalisiert hat, dass sie zumindest ihre Versammlung durchführen können. Schließlich soll auch ein neuer Vorstand gewählt werden.