Breitenrode/Oebisfelde l Ein wahrer Schatz, der viele Jahre unbeachtet in der entwidmeten Oebisfelder Nicolaikirche ruhte, nun am Maifeiertag wieder öffentlich in der Breitenroder Heimatstube präsentiert werden konnte. Dass diese kirchlichen Hinterlassenschaften wieder der Öffentlichkeit zugänglich wurden, ist einem Zufall und der Heimatliebe von Wilhelm Schrader als Vorsitzender des Fördervereins „Nicolaikirche Oebisfelde“ und Günter Bruhn, Gründer der Heimatstube Breitenrode, zu verdanken. Bei einer Wohnungsräumung im ehemaligen Pfarrhaus des einstigen Oebisfelder Pfarrers Siegfried Müller kam auch wieder ein Panzerschrank zum Vorschein, dessen Inhalt bis zu diesem Tag niemand Beachtung geschenkt hatte. Es fand sich auch tatsächlich noch der Schlüssel zum Öffnen des Kolosses an, so dass der Blick auf die historischen Zeugnisse frei wurde. Weitere historische Utensilien wurde im Chorraum der Nicolaikirche entdeckt, berichtete Schrader.

Der Fundus bestand aus einem Abendmahlsgeschirr, wohl aus dem einstigen Altenheim Waldfrieden, das Pfarrer Müller zwischen Oebisfelde und Bösdorf gegründet hatte. Weitere Fundstücke waren Dokumente, die aus dem Kirchspiel Kaltendorf der Jahre 1809 und 1812 stammten. So auch ein Kirchenbuch über die Konfirmationen von 1815 bis 1824, Protokolle der Sitzungen des Gemeindebeirates von 1874 bis 1912 und auch ein Dokument über die Konfirmationen in der Zeit von 1815 bis 1865 fanden sich wieder an. Ebenso wurden weitere Aufzeichnungen aus den Jahren 1709 bis 1719 entdeckt.

Mehr aus Zufall wurden auch zwei arg in Mitleidenschaft geratene Buchdeckel gefunden. „Beide müssten der Schriftform und -art zeitlich eng beieinander liegen. In einem Fall gibt es wohl den Hinweis auf das Herausgeberjahr 1589“, urteilte Günter Bruhn. Um eine eindeutige Aussage treffen zu können, sollen nun spezielle Untersuchungen erfolgen.

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Schnell wurde nach dem Fund klar, dass der Inhalt des Panzerschranks sowie die anderen Exponate äußerst wertvoll für die Geschichte der Nicolaikirche sind. Schrader kontaktierte daraufhin Bruhn, um Möglichkeiten zu finden, den umfangreichen Fundus auszustellen. Denn er, also Schrader, wusste, dass der Breitenroder Heimatfreund dank einer Haushaltsauflösung über eine mannshohe Vitrine verfügte. Beide Heimatfreunde kamen überein, die Vitrine nach einer umfangreichen Aufarbeitung als sicheren Aufbewahrungsort wie Blickfänger zu nutzen. Das Konzept der beiden Heimatfreunde ging auf, wie der Andrang von Betrachtern zur Saisoneröffnung der Heimatstube aufzeigte. Allerdings wird die Vitrine im kommenden Oktober endgültig in der Nicolaikirche aufgestellt werden, wie Bruhn und Schrader vereinbarten.

Die Heimatstube hat jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr oder nach Anmeldung geöffnet, Telefon 039002/451 39 oder 039002/817 60.