Graffiti

Nagelneu – und schon beschmiert, sind Brücken über die Umgehung

Von Harald Schulz
Das Brückenbauwerk als Überführung für landwirtschaftlichen Verkehr auf Höhe von Niendorf ist beidseitig mit Graffiti-Motiven bedeckt. Aber nicht nur dort haben sich Sprayer ausgelassen, wie auch an weiteren Orten entlang der Umgehung zu erkennen ist. Foto: Harald Schulz

Frankenfelde/Oebisfelde

Der Straßenbelag der Neubaustrecke auf dem Teilstück der Bundesstraße 188 zwischen Frankenfelde und Oebisfelde ist noch jungfräulich, weil auch noch einige Zeit für den Straßenverkehr gesperrt. Fahrbahnkennzeichnungen, Verkehrszeichen, Seitenbegrenzungen, Leitpfosten und vieles mehr fehlen noch. Was allerdings schon jeweils wie ein kunterbunter Farbklecks von Weitem zu erkennen ist, sind Graffiti an den Brückenbauwerken auf Höhe von Bergfriede und Niendorf. Zumeist in großformatigen Lettern haben sich vermutlich mehrere Sprayer auf dem nackten Beton farbig verewigt.

Die Dimensionen, die Vielfalt und der offensichtliche Verbrauch an Sprühfarben sind immens. Erstaunlich, dass bislang nicht ein Sprayer bei seinen verbotenen Farbgebungen ertappt wurde.

Zwangsläufig die Ersten, die die Sprayaktionen bemerkt haben, waren Bauarbeiter, die aus dem Wochenendfrei dort wieder an die Arbeit gingen. Mittlerweile hat sich auch die Landesstraßenbaubehörde eingeschaltet. „Das ist für uns als Straßenbauverwaltung richtig ärgerlich. Abgesehen von dem Schaden, den wir übrigens als Steuerzahler alle tragen, legen wir Straßenbauer großen Wert darauf, dass sich unsere Bauwerke möglichst harmonisch in die Umgebung einpassen. Graffiti bewirken da aus meiner Sicht genau das Gegenteil“, heißt es von Stefan Hörold, Funktionalbereichsleiter für den Straßenbau und -betrieb beim Landesstraßenbau. Er stellt zudem fest: „Das Besprühen oder Beschmieren von Brückenbauwerken hat zwar keinen Einfluss auf die Konstruktion, ist aber dennoch eine Straftat. Und deshalb erstatten wir bei jedem Graffiti und jeder Schmiererei an Brücken und Straßenanlagen eine entsprechende Strafanzeige.“

Graffitis nehmen in Richtung Bergfriede ab

Trotz dieses schon erheblichen Ausmaßes an Graffiti hat Hörold dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sein ein Appell an die Vernunft, bei den Graffiti-Sprayern Wirkung zeigt, sie davon abhalten kann, weiterhin fremdes Eigentum zu beschädigen.

Da scheint dann doch bei Hörold mehr der Wunsch Vater des Gedankens für ein Besinnen der Sprayer zu sein. Während die Farbschmierereien in Richtung Mittellandkanal deutlich abnehmen, sind immer wieder Graffits von einer nicht befestigten (Noch-) Abfahrt von der Umgehung zu entdecken. Und zwar kurz vor dem Ende der Ausbaustrecke entlang der nicht elektrifizierten Bahntrasse zum Güterbahnhof Oebisfelde an Schallschutzwänden, Verteilerkästen oder Pfosten. Die Strecke ist ideal, um sie mit einem Fahrrad zurückzulegen. Ein Detail ist zudem auffällig: Einige Graffitis wurden vor Wochen auch bei Farbattacken im Stadtbereich von Oebisfelde verwandt.

Zufall oder Grafitti-Signum? An einem der Verteilerkästen entlang der Neubaustrecke hinterließen Sprayer die gleichen Zeichen, wie sie auch an mit Graffiti verschandelten Objekten in Oebisfelde vor Wochen vorgefunden wurden.
Foto: Harald Schulz
Der Stützbereich der Brücke über die B 188 n in Höhe von Bergfriede. Dort sind die Sprayer bislang nur im unteren Stützbereich geblieben.
Foto: Harald Schulz