Vor der Entscheidung

Petition gegen Kita-Aus

Das Ende der Kindertagesstätte Breitenrode scheint besiegelt. Die Elterninitiative wankt zwischen Frust und Hoffnung.

Von Harald Schulz

Breitenrode l Die Mitstreiter der Elterninitiative zum Erhalt der Kindertagesstätte Storchennest in Breitenrode wanken zwischen Frust und Hoffnung für die Zukunft der städtischen Betreuungseinrichtung, die zum 31. Juli geschlossen werden soll. Elternsprecher Lars Weißenborn, der die Interessen der letzten noch verbliebenen Erziehungsberechtigten vertritt, sieht kaum noch die Chance für eine gütliche Einigung mit der Stadt, den Schließungstermin so lange zu schieben, bis ein Kooperationsvertrag zwischen der niedersächsischen Samtgemeinde Velpke und der Stadt Oebisfelde-Weferlingen geschlossen ist. Diese Vereinbarung stellen beide Bürgermeister mit hoher Wahrscheinlichkeit in Aussicht – nur nicht vor dem kommenden 1. August. Die Mehrheit der verbliebenen Storchennest-Eltern wollen ihre Kinder nach dem 31. Juli gemeinsam in Eigenregie betreuen.

Als Bürgermeister der Stadt-Oebisfelde-Weferlingen sieht Hans-Werner Kraul seine Möglichkeiten für den Erhalt der Kita erschöpft. Die mindestens fünf neuen nachweislich festen Anmeldungen, die er einfordert, liegen bislang bei der Stadtverwaltung nicht vor. Die Folge ist aus seiner Sicht eindeutig die durch den Stadtratsbeschluss legitimierte Kita-Schließung.

Das sieht die Elterninitiative völlig anders. Die Gruppe wirft Kraul als obersten Repräsentanten der Verwaltung gleich mehrere Versäumnisse und gewollte Verzögerung von möglichen Maßnahmen zum Erhalt der Kita vor. Aus diesem Grund hat die Elterninitiative eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, die dort angenommen wurde, so die Auskunft von Silke Wolf, ehemalige Bürgermeisterin der Kommune, Mitglied der Linken im Kreistag und Mitstreiterin für den Kita-Erhalt. Zudem, so Wolf, wird die Linken-Fraktion im Landtag eine kleine Anfrage einbringen, in der die Art und Weise von Informationen von Kommunen für die Öffentlichkeit zu prüfen sein wird. Zudem haben sich am gestrigen Dienstag die Sprecherin Eileen Bastigkeit und Wolf für ein Gespräch auf den Weg zur Kommunalaufsicht nach Haldensleben gemacht.

„Es kommen viele Faktoren, insbesondere zeitliche zusammen, die einer Zukunft der Kita in unserem Dorf den Weg versperren. Wir benötigen etwas Zeit, die uns aber die Verwaltung und die Politik nicht bereit ist zu geben“, heißt es von Elternvertreter Lars Weißenborn. Nach seinen Ausführungen gibt es vielversprechende Signale für eine Kita-Zukunft. Nicht zuletzt interessiert sich eine kirchliche Einrichtung für eine Übernahme der Betreuungseinrichtung.

Zu einer außerordentlichen Stadtratssitzung vor dem 31. Juli, die ultimative Möglichkeit, das Aus abzuwenden, wird es nicht kommen, wie der Vorsitzende des obersten Beschlussorgans der Kommune, Thomas May (Piraten), gegenüber der Volksstimme erklärte. Der Mehrheitsbeschluss ist in der Formulierung eindeutig. Kein Kind aus der Kita Storchennest bleibt nach dem 31. Juli außen vor, und die Strecke von Breitenrode nach Oebisfelde ist zumutbar, so die geraffte May-Auffassung.