Oebisfelde l Der Vandalismus im Stadtbereich von Oebisfelde hört nicht auf. Zu nächtlicher Stunde, meist an Wochenenden wie auch am vergangenen wieder, lässt einer oder lassen mehrere Vandalen ihrem Tatendrang freien Lauf. Aktuell wird die Böttcher-Plastik an der Büstedter Brücke heimgesucht. Aber auch die Allerradweg-Infotafel und der große Bilderrahmen im Grüngürtel „Am Dämmchen“ wurden mit Farbe besprüht.

Der Vorstand des Heimatvereins kommt mit dem Säubern der durch Vereinsgelder angeschafften Exponate kaum noch nach. Vereinsmitglieder müssen sich immer wieder auf den Weg machen, um die Farbschmierereien zu entfernen, opfern dafür jede Menge ihrer Freizeit. So wieder einmal Steffen Wetterling am vergangenen Sonntag. Mit Ausdauer, Schweiß und Spezialreiniger gelang es ihm, die Farbspuren vom überdimensionalen Bilderrahmen und von der Wanderkarte zu entfernen. Ulrich Pettke, Vorsitzender des Heimatvereins, hat wieder einmal Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. Derzeit ist Pettke damit beschäftigt, die Kosten für die zig Reinigungen aufzulisten, was eine beträchtliche Summe zusammenbringen wird, ist sich der Vorsitzende überzeugt.

Bei der Böttcher-Plastik trifft es die Stadtverwaltung. Dem oder den Tätern gelingt es in den zurückliegenden Tagen – oder besser Nächten – immer wieder, die Plastik farbig „umzugestalten“ und mit Luftballons zu bestücken.

Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer von der Stadtverwaltung betonte, dass vonseiten der Verwaltung alles unternommen wurde, was in der Macht der Stadtverwaltung möglich ist. Meint damit entsprechende Anzeigen. Das gilt im Übrigen auch für den Vandalismus im Oebisfelder Bahnhofstunnel, wie Meyer versicherte. Gegen eine Person wurde ein Platzverbot ausgesprochen. Doch um das rund um die Uhr zu überwachen, fehlen der Stadtverwaltung die Kapazitäten.

Aufgrund von Mutmaßungen dürfe weder die Stadtverwaltung mit Verwarnungen noch die Polizei mit Maßnahmen gegen Personen vorgehen. Der Vandalismus ist jedoch ein ernstzunehmendes Problem in Oebisfelde, räumt Meyer ein. Als ein Mittel gegen Vandalismus sieht Meyer den Einsatz eines Streetworkers an. Diese Fachkräfte für „Problemfälle von der Straße“ können deren Akzeptanz gewinnen, sich in diese eigene „Welt der jungen Wilden“ hineinversetzen, „um vielleicht auf diese Art den Schalter umzulegen“.

Die Vorbereitung, um solch eine Veränderung zu bewerkstelligen, kann aber nur über den Ortschaftsrat, den Stadtrat und mit Unterstützung entsprechender Hilfsorganisationen gelingen, wie Beispiele anderer Städte mit sozialen Brennpunkten im Jugendbereich aufzeigen.

Die Volksstimme wird in einer der nächsten Ausgaben über die bisherige Entwicklung und Ereignisse berichten, zudem Meinungen einfangen und kommentieren.