Oebisfelde l Nach dem Vor-Ort-Termin in Buchhorst, zudem neben dem Börde-Landrat auch der Amtsleiter für Natur- und Umwelt, Matthias Wilcke, und Referentin Petra Naumann auf Einladung der Interessengemeinschaft am Mittwoch angereist waren, sind die Buchhorster Initiativ-Mitglieder Jens-Olaf Seeburg, Heidrun Grabow und Hella Schulz davon überzeugt, dass die Kreisverwaltung Börde mehr als gewillt ist, in 2019 den Schädling gezielt, umfassend und für die Einwohner spürbar zu dezimieren.

Auch der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, Hans-Werner Kraul (CDU), kehrte von dem Treffen am Mittwoch mit dem Eindruck wieder ins Rathaus zurück, dass die Kreisverwaltung die Stadtverwaltung bei ihrer Pflichtaufgabe, gegen den EPS-Schädling vorzugehen, nicht allein lassen wird.

„Es war beruhigend zu hören, dass nicht nur die finanziellen Mittel vorhanden sind, sondern auch, dass im Fall der Fälle weiteres Geld bereitstehen kann. Das nenne ich einen Schulterschluss zum Wohle der Bürger zwischen Interessenvertretung, der Stadt und dem Landkreis“, hieß es am Donnerstag von Kraul im Gespräch.

Aufgabenverteilung

Die Aufgabenverteilung ist nach Aussage von Amtsleiter Wilcke im Fluss. Nachdem die 110.000 Euro bereitstehen, der Landkreis die Strukturen und den Fahrplan festgezurrt hat, kann die Stadt den sogenannten roten Faden für die Bekämpfungsmaßnahmen in Angriff nehmen. Die Zusage dazu von Kraul: „Wir sind für eine sofortige Reaktion bereit. Sobald die Vergabe für die Dezimierung des Eichenprozessionsspinners feststeht, wird sich die Stadt mit dem beauftragten Unternehmen ins Benehmen setzen, um in abgestimmten Einsatzschritten lokal und zweckmäßig gegen den Schädling in der Fläche vorzugehen.“

Der Bürgermeister spricht in diesem Zusammenhang von einer neuen Qualität im Kampf gegen den EPS-Schädling als noch im vergangenen Jahr. Für ihn stimmt diese Marschrichtung. Und die ist für die Stadtverwaltung umsetzbar, so Kraul seine Nachbetrachtung.

Damit das kurze Zeitfenster, in dem der Falter im Puppenstadion dem Wirkstoff durch Anblasen ausgesetzt sein muss, oder die Nester abgesaugt werden, genutzt wird, verfügt die Kreisverwaltung über eine fachliche Beratung. Auch werden alle an dem Bekämpfungsvorhaben beteiligten Personen und Behörden im Verlauf von Sitzungen der Arbeitsgruppe informiert. Und es wird zusätzlich öffentlich informiert.

Amtsleiter Wilcke geht von einer reibungslos verlaufenden Aktionskette aus, die den Schädling, damit auch das von den Raupen ausgehende gesundheitliche Gefahrenpotenzial, deutlich reduziert werden kann. Und dieses Potenzial ist erheblich, wie Seeburg von der Buchhorster Interessenvertretung bei der Rundfahrt am Mittwoch informierte: Die Brennhaare bleiben über Jahre aktiv in der Wirkung. Futtermittel, wie Gras und Heu, werden für Nutztiere unverwertbar. Beim Menschen können von Rötungen mit starkem Juckreiz, über Atemwegsstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Reaktionen ausgelöst werden.