Oebisfelde l Das Ziel, bewohnte Gebiete in einem Radius von 500 Metern vom Befall der Spinnerbrut freizuhalten, wird von ihm „als machbar“ eingeschätzt. Dese Einschätzung ist mehr als nur Zweckoptimismus, der weiterhin zweifelsohne notwendig ist, erläutert Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer die Planungen für 2020 im Kampf gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS). „Anzunehmen, wir als Verantwortliche für die Gefahrenabwehr könnten Herr über diese Übermacht an Raupen und Gespinsten werden, bleibt jedoch nur eine Wunschvorstellung. Der Belastungsdruck durch diese EPS-Population besteht eben nicht nur innerhalb der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Das Vorkommen geht weit darüber hinaus, was eines der grundsätzlichen Probleme bleiben wird“, ist Meyer überzeugt.

Aber für dieses Jahr hat Meyer so etwas wie einen Generalstabsplan bereit: „Wir profitieren von den Erfahrungen der letzten Jahre und haben diesmal das Geld bereits vor dem Schlupf beisammen.“ Meint damit die vom Land zugestandenen 230 000 Euro Fördermittel und einen bereits feststehenden Fachbetrieb, der die EPS-Bekämpfung ausführen wird, und damit die Möglichkeit, quasi schon jetzt Gewehr bei Fuß zu stehen, um mit Beginn des Raupenschlupfes die chemische Bekämpfung zu starten. Dass die Stadt knappe 50 000 Euro an Eigenmitteln zuschießen muss, fällt trotz des noch ausstehenden Haushaltsbeschlusses nicht ins Gewicht, weil diese Finanzmittel zweckgebunden der öffentlichen Gefahrenabwehr dienen, so der Ordnungsamtsleiter.

Chemieeinsatz bewährt

Es hat sich nach Angaben von Meyer im vergangenen Jahr gezeigt, dass der Einsatz von chemischen Stoffen durch Versprühen signifikant positive Ergebnisse gebracht habe. „Wir haben das analysiert und verfeinert. In diesem Jahr erwarte ich eine nochmalig verbesserte Effizienz.“ Den Auftakt der Schlupfsaison, damit den Start für den Chemieeinsatz, erwartet er, je nach Wetterlage, ab dem 6. April.

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Von Vorteil ist ebenso, dass nunmehr die exakte Anzahl der Eichenbestände mit insgesamt um die 3400 Bäume bekannt ist, die für den chemischen Sprüheinsatz (2400 Eichen) oder das Absaugen (1000 Eichen) von EPS-Nestern grundsätzlich infrage kommen. Hinzu kommt, dass die Fachfirma über Ortskenntnisse verfügt. Damit entfallen zeitlich aufwendige Einweisungen, wie die noch im Vorjahr notwendig waren, sieht Meyer ein funktionierendes Ganzes.

Die Maßnahmen gegen den EPS-Befall werden zudem eng mit der Buchhorster Bürgerinitiative und den Ortsbürgermeistern der betroffenen Gebiete vorgenommen, sagt Meyer zu. Da der Landkreis Börde die Steuerungsgruppe noch 2019 aufgelöst hat, ist die Stadt Oebisfelde-Weferlingen erstmals allein in der Verantwortung. Allerdings nutzt Meyer die Erfahrungen aus den Vorjahren. Die Stadt ist zudem mit der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling, der Landesstraßenbaubehörde und der Kreisstraßenmeisterei in Verbindung.