Oebisfelde l Auch Schulleiterin Ulrike Eggers von der Grundschule an der Aller sieht noch einen Organisationsmarathon bis zum 4. Mai. Noch sind es 13 Tage, die dafür bleiben. Es lastet auf dem Kollegium derart viel Verantwortung für einen funktionierenden Neustart, dass einem angst und bange werden kann“, meint Melanie Lutze, die Schulleiterin der Oebisfelder Grundschule „Drömlingsfüchse“. „Es treffen täglich Informationen von der Schulbehörde ein, die uns helfen sollen, diesen Neustart hinzubekommen. Und wir im Kollegium kommunizieren, sichten und organisieren unter Corona-Bedingungen, damit am 4. Mai die Viertklässler verlässlich und verantwortungsvoll geschützt vor einer möglichen Covid-19-Infektion die Schulzeit absolvieren können“, berichtet Lutze.

Dabei spielen die notwendigen Platzangebote keine Rolle, so lange nur die Viertklässler in die Schule kommen. Vielmehr bereitet die erforderliche Kapazität an Lehrkräften der Schulleiterin weit mehr Probleme.

Masterplan für Toilettennutzung

Ihr Beispiel: „Allein für die 40 Viertklässler sind vier Lehrkräfte vonnöten. Da kann man sich bei 12 Kollegen und Kolleginnen schnell selbst ausrechnen, wann wir an unsere Grenzen stoßen, wenn tatsächlich ein Regelschulbetrieb für alle Klassen ermöglicht werden soll.“

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Eine andere, ebenso wichtige Aufgabe, die es vorzubereiten gilt, ist das Einhalten des Hygieneschutzes. Zwar existieren auf allen Etagen des Schulgebäudes sanitäre Einrichtungen, so Lutze, allerdings müsse eine Art Masterplan bis zum 4. Mai aufgestellt sein, unter welchen Voraussetzungen die Toiletten wie genutzt werden können.

Ähnlich verhält es sich mit den Pausenzeiten. Es ist Kindern im Grundschulalter schwer zu vermitteln, dass sie in den Pausen nur mit dem gebührenden Abstand entspannen dürfen. Für die Pausenaufsichten eine wohl kaum beherrschbare Zeitspanne, wie die Schulleiterin zu Bedenken gibt. „Wenn wir am 4. Mai wieder mit dem Schulbetrieb für die vierten Klassen starten, beginnen wir erst einmal mit Hygiene-Unterricht“, sieht Lutze dies als dringlichste Problembewältigung an.

Ein weiteres Problem wird mit der Notbetreuung zu bewältigen sein. Das werde in Zeiten von Homeoffice und Kurzarbeit besonders für Alleinerziehende zu einem Problem, das auch die Oebisfelder Schulen beschäftigen werde.

Lehrerkollegium ist zu schützen

Auch in der Grundschule an der Aller ist alles auf den Neustart des Schulbeginns für die Viertklässler am 4. Mai ausgerichtet. Schulleiterin Ulrike Eggers kam gerade aus einer Besprechung des Kollegiums, als die Volksstimme nachfragte. Auch dort, wie bei den „Drömlingsfüchsen“, ist vieles schon im Fluss, aber noch viel mehr zu organisieren. Wie Eggers informierte, kommen täglich neue Informationen für die Aufnahme des Schulbetriebs herein.

„Wir reagieren und versuchen diese Empfehlungen und Regelungen für unseren Schulbetrieb im Praxisbetrieb vorzubereiten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir bereits mit Maßnahmen gegen die Ausweitung der Covid-19-Infektionsketten arbeiten“, gibt Eggers zu Bedenken. Und wie für das Wohl der Schulkinder zu garantieren ist, gehört es auch zu ihren Pflichten, entsprechende Schutzmaßnahmen für die Kollegen und Kolleginnen vorzuhalten. Eine Verringerung der Lehrkräfte-Zahl wäre unter den derzeitigen Umständen schwer zu verkraften. Denn auch unter den Lehrkräften sind Personen, die zur Risikogruppe zählen.