Oebisfelde l Wie sicher können sich Bürger in Oebisfelde eigentlich noch fühlen, ohne Polizeipräsenz vor Ort? Diese Frage stellen sich zunehmend immer mehr Oebisfelder.

Im Rahmen der Recherche zu den jüngsten Vorfällen von Vandalismus in der Stadt kommen immer mehr Informationen ans Tageslicht. So kam es offenbar erst vor wenigen Tagen zu einer versuchten Brandstiftung. Zudem wurde der Zeuge von den jugendlichen Tätern vor Ort auch noch massiv angepöbelt.

Randalierer am Bahnhof?

Die Geschichte dahinter: Ein Oebisfelder Einwohner (Name der Redaktion bekannt) gab an, vor wenigen Tagen drei Teenager im ehemaligen Zollgebäude auf dem Bahnhofsareal in Oebisfelde dabei beobachtet zu haben, wie sie im oberen Stockwerk ein Lagerfeuer entzündet hätten. Zudem hätten die Jugendlichen randaliert und ihn aus dem Fenster heraus angepöbelt. Da sie dann wohl mitbekommen hätten, dass der Zeuge die Polizei alarmiert hatte, seien sie auf Fahrrädern geflüchtet.

Bei den jungen Männern soll es sich laut Angaben des Zeugen um dieselben Personen gehandelt haben, die ihn schon mehrfach im Tunnel belästigt hätten.

Laut Facebook-Post des Zeugen sei die alarmierte Streifenwagenbesatzung aber erst nach etwa einer Stunde in Oebisfelde eingetroffen. Die Beamten hätten ihm dann den Tipp gegeben, „beim nächsten Mal“ die Täter „höflich darum zu bitten, die Personalien herauszurücken“.

Zudem soll seitens einer Streifenbeamtin die Aussage gefallen sein, „dass bei so einem Gebäude solche Handlungen nicht weiter schlimm sind“.

Polizei erklärt Sachverhalt anders

Pressesprecher Matthias Lütkemüller bestätigte auf Anfrage der Volksstimme den Vorfall. Nach seiner Kenntnis stelle sich der Sachverhalt aber anders dar, als vom Zeugen geschildert. So sei am 28. September um 18.20 Uhr tatsächlich eine Rauchentwicklung in einem leerstehenden Gebäude an der Oebisfelder Bahnhofstraße gemeldet worden, eine Rücksprache der Polizei mit der Rettungsleitstelle des Landkreises Börde habe aber keine weiteren diesbezüglichen Brandmeldungen ergeben.

Der Funkstreifenwagen sei dann gegen 19.14 Uhr am beschriebenen Ereignisort eingetroffen. Die Überprüfung des angegebenen Objekts habe keine Hinweise auf einen Brand und somit auch keinen Hinweis auf eine konkrete Gefahr ergeben, heißt es von Lütkemüller weiter.

Aufgrund der Anfrage seien dann aber im Nachgang die zuständigen Regionalbereichsbeamten beauftragt worden, Kontakt mit dem Zeugen aufzunehmen, da es anscheinend „Missverständnisse“ innerhalb der Kommunikation mit den Beamten gegeben habe.

Nach seinem Dafürhalten sei es „zielführender, miteinander zu reden, anstatt übereinander“, so Lütkemüller. Sofern der Zeuge eine Strafverfolgung der Jugendlichen wegen der angeblichen „Pöbeleien“ wünsche, werde diese natürlich angestrebt, als Antragsdelikt allerdings nur, wenn der Geschädigte es anzeigt, erläuterte der Pressesprecher. Ob der Zeuge dies wünscht, konnte bislang noch nicht recherchiert werden.

Der Mann hat seine Erlebnisse an diesem Abend aber auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht.