Oebisfelde l Sachbeschädigungen nehmen aktuell für die Bewohner in Oebisfelde erschreckende Ausmaße an. Beschmierte Denkmale, zerstörte Einrichtungen. Beinahe wöchentlich berichtete die Volksstimme von den Taten, die offensichtlich von einem kleinen Täterkreis begangen werden. Und diese Täter haben augenscheinlich auch überhaupt keine Skrupel.

Keine erkennbaren Maßnahmen

Dabei sind die Namen der Randalierer in der Stadt ein offenes Geheimnis. Und auch die Polizei hat Kenntnis von Taten und Tätern. Erkennbare Maßnahmen gibt es indes bislang nicht. So brüstet sich einer der Tatverdächtigen immer mal wieder gern online mit seinen Übergriffen: Auf seiner Facebook-Seite steht der Eintrag: „Schon als Kind war ich ein Schlagring- und Uzi-Fan“ („Uzi“ ist die Bezeichnung für eine Maschinenpistole, die auch in der Bundeswehr genutzt wird. Anmerk. d. Redaktion)

Ein Video auf seinem offensichtlich eigenen Internet-Account dokumentiert, wie der Mann am 7. Juli sehr erfolgreich versucht, mit einem Verkehrsleitpfosten die Deckenverkleidung in der Oebisfelder Bahnhofsunterführung herunterzuschlagen. Derselbe Mann postet auf Instagram sogar, wie er in imposanter Haltung auf dem Dach eines Polizeifahrzeuges posiert, das vor der mittlerweile nicht mehr ständig besetzten Polizeiwache in Oebisfelde parkt. Zwar ist dem Post kein Datum zu entnehmen. Dem Bild nimmt diese Tatsache aber keinerlei Brisanz – zumal das Gesicht des jungen Mannes auf dem Schwarz-Weiß-Foto ganz deutlich erkennbar ist.

Und es gibt sogar Zeugen: Wie der Redaktion glaubhaft mitgeteilt wurde, hatte ein Bürger (Name der Redaktion bekannt) den Zerstörer im Bahnhofstunnel Anfang Juli unmittelbar bei der Tat beobachtet und die Polizei kurz hintereinander drei Mal per Anruf darüber informiert. Laut Zeuge lautete die Antwort der Beamten: Es gäbe gerade keinen freien Streifenwagen, der geschickt werden könne. Es gibt zahlreiche Hinweise und Beobachtungen, die durchaus auf die Spur eines Täters oder Täterkreises führen könnten.

Beamte kennen auch das Posierer-Foto

Matthias Lütkemüller, beim Polizeirevier Börde zuständig für zentrale Dienste, will – konfrontiert mit der Recherche der Volksstimme – zu all dem indes keine Angaben machen: Das alles betreffe ein „laufendes Ermittlungsverfahren“, heißt es in der knappen Antwort der Polizei auf eine entsprechende Anfrage. Darüber könne deshalb keine Auskunft gegeben werden. „Herrin des Verfahrens“ sei zudem die Staatsanwaltschaft.

Pikant: Auch das Foto, es handelt sich dabei um einen sogenannten Screenshot, der den Mann offensichtlich auf dem Polizeifahrzeug vor der Polizeiwache Oebisfelde zeigt, und danach im Netz gepostet wurde, ist der Polizei längst bekannt.