Oebisfelde l Die Forderung der Bundesregierung nach mehr sozialen Wohnraum ist auch in Oebisfelde bei der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) angekommen. Doch wie vom Geschäftsführer Bernd Wipper zu erfahren, existieren bislang nicht einmal Förderrichtlinien seitens der Bundesregierung. Gern würde der Wobau-Geschäftsführer sofort die Wohnblocks in der Oebisfelder Friedrich-Engels-Straße sofort von Grund auf sanieren, dort - und eben auch dort, wo es notwendig ist - für neue Wohnqualitäten sorgen. Wipper: "Wir könnten mehr sozialen Wohnraum schaffen, Bauland wäre da." Doch er muss den Rechenstift spitzen, Wirtschaftlichkeit bestimmt den Fahrplan der Wobau.

Die Gesellschaft ist 100-prozentige Unternehmenstochter der Kommune Oebisfelde-Weferlingen. Und er muss auch dem Aufsichtsrat stets Rede und Antwort stehen, was in erster Linie bedeutet, rentabel zu wirtschaften. Und das geht im Bereich Sozialer Wohnungsbau eben nur schwerlich ohne Richtlinien und Fördermittel durch den Staat", heißt es durchaus mit ernstem Ton von Wipper im Gespräch mit der Volksstimme.

Was Wipper zudem ansäuert, ist, dass die Öffentlichkeit nicht die Kehrseite der Forderung aus Berlin aufgezeigt bekommt. Die nämlich trifft den Bauherrn, der im Fall von Fördermittelzusagen dann auch zig Vorgaben und Belegrechte zu erfüllen hat, die in der Regel bedeutend ins Geld gehen.

Die Wohnblocks in der Friedrich-Engels-Straße werden in der Öffentlichkeit als Schandfleck für die Allerstadt bezeichnet. "Wer hier eine Wohnung gemietet hat, lebt auf billigem Raum mit erheblichen Einschränkungen in der Wohnqualität", räumt Wipper ein. Doch dort zu sanieren, bedeutet ordentlich viel Geld in die Hand zu nehmen. "Wir planen allerdings tatsächlich die Blocks zu modernisieren. Bisher werden sechs Varianten mit Einsatz von Eigenmitteln beraten. Angedacht ist die energetische Modernisierung, Barrierefreiheit, Fahrstühle und weniger Etagen", so der Geschäftsführer. Als Tatsache steht bereits jetzt schon fest, dass die aktuellen Mietpreise nicht mehr zu halten sein werden. "Wir werden die Mieten sozial verträglich anheben. Es sollen keine unserer treuen Mieter vertrieben werden", versichert Wipper, der sich mit dem kommenden Weihnachtsfest in den Ruhestand verabschieden wird. Allerdings, auch das räumt Wipper ein, gibt es Mieter, die säumige Zahler sind, andere leben ihre Wohnrechte über Gebühr aus. Und auch Nachbarschaftsstreit gehört zur Tagesordnung.

Die Wobau existiert seit 1994, ist im Besitz von 513 Wohnungen der Gesellschaft plus 182 Wohnungen von der übernommenen Genossenschaft. Zusätzlich werden zirka 100 Wohnungen von privaten Investoren betreut. Seit 2007 haben sich die Geschäftsjahre positiv entwickelt. Es besteht so gut wie kein Leerstand, so Wipper. Jährlich werden 800.000 Euro an Krediten getilgt, in acht Jahren sollen alle Forderungen abgelöst sein. Trotzdem Wohnraum in Oebisfelde knapp ist, wurden die Betriebskosten um die Hälfte gesenkt, die Heizkosten liegen für die Wohnungen zwischen 40 und 70 Cent je Quadratmeter. Modernisierungen werden mit 6 bis 9, statt mit 11 Prozent auf die Mieter umgelegt.