Landwirtschaft

700 Weihnachtsgänse wachsen in Wulferstedt heran

Der Geflügelhof Müller in Wulferstedt ist breit aufgestellt. Das macht Seniorchef Manfred Müller beim Betriebsrundgang deutlich. Seit einigen Wochen wachsen in den Ställen die Weihnachtsgänse heran.

Die drei Wochen alten Flugentenküken können sich auch schon Grünfutter schmecken lassen.
Die drei Wochen alten Flugentenküken können sich auch schon Grünfutter schmecken lassen. Foto: Yvonne Heyer

Von Yvonne Heyer

Wulferstedt l Annette und Manfred Müller sind studierte Landwirte, die zu DDR-Zeiten in einer LPG in Gröningen arbeiteten und nach der Wende den eigenen Betrieb gründeten. Das war 1996. Dafür wechselten sie mit samt der drei Söhne den Wohn- und Arbeitsort. Es ging nach Wulferstedt. Hier wurden die vorhandenen Stallanlagen für einen Geflügelbetrieb umgerüstet und umgebaut. Neben der Aufzucht von Hühnern, Enten und Gänsen gibt es auf dem Hof auch Schweine. Zudem leistet sich der Seniorchef, der den Betrieb bereits zum 1. Januar 2020 an Sohn Hagen übergab, ein Hobby und das sind Kaninchen. Ganz aufs Altenteil hat sich Manfred Müller nicht gesetzt, er hat nach wie vor für die Vermarktung und das Organisatorische den Hut auf, bekocht auch mal die ganze Mannschaft. Annette Müller macht die Buchhaltung und die Kükenaufzucht.

Küken gibt es in diesen Wochen reichlich. Flugenten, Mularden (Kreuzung aus Flug- und Pekingente) und Gössel sitzen noch in den Ställen, werden aber schon bald auf den Grünflächen zu finden sein. Die Gänseherde besteht aus 700 Tieren, die als Tagesgössel nach Wulferstedt kamen. „Die Tiere schlüpfen sonntags in der Nähe von Münster und wir holen sie dann am nächsten Tag. Die Gänse sind also alle gleich alt, was die Schlachtung einfacher macht“, erklärt Manfred Müller. Mit der Brüterei sei er sehr zufrieden, der Verlust liegt unter einem Prozent. Auf dem Geflügelhof Müller wachsen weiße dänische Mastgänse heran. Die haben einen guten Fleischfettanteil. Sie bringen beim Verkauf vier bis sieben Kilogramm auf die Waage. Gut entwickelt haben sich bereits die drei Wochen alten Flugenten. Während die künftigen Weihnachtsgänse aus einer Brüterei bei Münster kommen, sei es gerade bei Enten und Mularden eher schwierig, diese in Deutschland zu bekommen. Viele Betriebe hätten in den vergangenen Jahren aufgegeben. Die Müllers bekommen ihre Küken aus Frankreich oder Belgien. Für das Futter hingegen, ob für das Geflügel oder das Borstenvieh - die Schweinemast im kleinen Rahmen ist ein weiteres Standbein - gibt es keine weiten Wege. Getreide kann direkt im Ort zugekauft werden, der Mais kommt aus Meyendorf, die Sommergerste aus Böhnshausen, um nur einige Beispiele zu nennen. Sieben Hektar Land sind Eigentum, auf weiteren sieben Hektar (zugepachtet) wächst Getreide und wird nach der Ernte als Auslauf für die Enten und Gänse genutzt. Direkt an den Hof grenzt eine ehemalige Kleingartenanlagen, die hat die Familie gekauft und damit weitere Flächen für Grünfutter gesichert. Auch wenn es den Geflügelhof Müller seit 1996 gibt, vor 15 Jahren der Hofladen dazu kam, gibt es, bautechnisch gesehen, immer wieder neue Aufgaben zu erledigen. Schritt für Schritt wurden die Dächer erneuert, in Eigenregie. Doch bei einem 1200 Quadratmeter großen Dach, das vom Sturm zerstört wurde, mussten Fachleute ran.

Wer sich eigenes Federvieh zulegen möchte, ist in Wulferstedt ebenso richtig. Hier können legereife Junghennen verschiedenster Rassen gekauft werden.

Blick in den Hühnerstall.
Blick in den Hühnerstall.
Foto: Yvonne Heyer
Manfred Müller  hat den Betrieb mit seiner Frau aufgebaut, ist inzwischen ausgestiegen, Sohn Hagen ist jetzt Chef.
Manfred Müller hat den Betrieb mit seiner Frau aufgebaut, ist inzwischen ausgestiegen, Sohn Hagen ist jetzt Chef.
Foto: Yvonne Heyer