Wasserwirtschaft

Angler lauschen Bode-Symposium

Die Initiative Bodelachs nahm an einem Symposium an der Hochschule Magdeburg teil. Dabei ging es um Untersuchungen der Bode.

Von Christian Besecke

Gröningen/Magdeburg l Das Symposium unter dem Titel „Wasserbau und Ökologie, Diskussionsbeiträge zur Durchgängigkeit der Bode“ hat gut 70 Teilnehmer angelockt. Die Initiative Bodelachs, mit Mitgliedern aus den Flussanrainer-Vereinen, sowie Vertreter von Umweltverbänden und des Umweltministeriums lauschten den Ausführungen der Professoren Volker Lüderitz und Bernd Ettmer zu den erlangten Erkenntnissen, ebenso wie einige Studenten der Hochschule Magdeburg/Stendal.

„Die große Zahl an Besuchern hat uns schon sehr überrascht“, schätzte Heimo Reilein aus Dedeleben von der Initiative Bodelachs ein. „Auch die Gastgeber waren sichtlich angetan von der Zahl der Interessenten.“ Reilein ist zudem Gewässerwart den Anglervereins Oschersleben Bode und Umgebung.

„Wir arbeiten seit einigen Jahren mit den Spezialisten der Hochschule zusammen, sie haben in der Zeit mit ihren Studenten die Bode im Bereich Oschersleben und Gröningen untersucht“, berichtete Reilein. „Die Ergebnisse haben uns natürlich brennend interessiert, daher sind wir auch so zahlreich erschienen.“

Volker Lüderitz stellte in seinem Fachvortrag die Ergebnisse der Projekte seiner Studenten vor und gab den Teilnehmern der Veranstaltung anschließend die Möglichkeit, ihre Fragen an ihn und die nachfolgenden Referenten zu richten.

„Einmal mehr wurde deutlich, welche Artenvielfalt außerhalb der Fischfauna die Bode aktuell beherbergt und welch unglaubliches Potenzial zur Steigerung vorhanden ist, sofern man die noch vorhandenen Defizite beseitigt. Das heißt, man würde dem Fluss endlich seinen freien Lauf gewähren“, formulierte Reilein. Damit spielte er auf die vielen noch vorhandenen Wehre an, die laut EU möglichst zurückgebaut sein müssten.

Danach referierte der Di- plom-Fischereiingenieur Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei Potsdam (IfB) über den aktuellen Fischbestand der Bode zwischen ihrem Quellgebiet und der Mündung. In seinem Vortrag ging er auch auf den aktuellen Stand zur Wiederansiedlung der Großsalmoniden (Lachse und Meerforellen) ein und zeigte zugleich die noch bestehenden Hindernisse auf. Auch er bescheinigte der Bode, aufgrund ihrer wertvollen Fließgewässerlebensräume im Oberlauf, die besten Chancen für die erfolgreiche Wiederansiedlung der Wanderfische. Nach wissenschaftlicher Einschätzung des IfB, kann in der Bode mit bis zu 1000 sogenannten Rückkehrern gerechnet werden. Voraussetzung sei die Durchgängigkeit.

Anschließend legte der Flussbereichsleiter des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) in Halberstadt, Dr. Christoph Ertl, die Sicht des unterhaltungspflichtigen Verbandes dar und informierte über den Stand der Planungen zur Schaffung der geforderten Durchgängigkeit an den Wehrstandorten.„Der Fachexperte Bernd Ettmer hat sich zu wasserbaulichen Möglichkeiten an der Bode und an anderen Flüssen geäußert“, berichtete Landesgewässerwart Eckard Reinhardt vom Verband Deutscher Sportfischer . „Er stellte klar, dass regulierbare Anlagen grundsätzlich vollständig zurückgebaut werden können. Das deckt sich auch mit den Zielen der Initiative Bodelachs.“

Als Beispiel führte Ettmer ein bereits realisiertes Pilotprojekt der Hochschule in Niedersachsen an, welches für möglichst viele Standorte in Sachsen-Anhalt einen Vorbildcharakter haben sollte. Dieses Projekt verbindet Aspekte des Hochwasserschutzes mit der rechtlich vorgegebenen Ökologie und sei sogar zum Anziehungspunkt für Spaziergänger und Wanderer geworden. „Schade ist, dass aufgrund der begrenzten Zeit die Veranstaltung dann beendet werden musste, so dass nicht alle Fragen beantwortet werden konnten“, schätzte Reilein ein.

Wegen der großen Resonanz zu diesem Thema will die Hochschule Folgeveranstaltungen durchführen. Hier rücken dann die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie und deren Umsetzung in den Mittelpunkt, welche aktuell auch im Fokus von Behörden, Verbänden und Teilen der Bevölkerung stehen.