Langenweddingen l Mit einem konstanten Zischen dreht sich das Sägeblatt der Nassschneidemaschine, mit der Jens Lücke eine Gehwegplatte halbiert. Zehn Meter weiter klopfen Jörn Darius und Matthias Lücke rhythmisch mit ihren Pflasterhammern auf die Ränder der Gehwegplatten, damit sie eben und bündig liegen.

„Ich bin immer dabei. Hier sind viele Hände gefordert, damit es voran geht. Das ist meine Art der Nachhaltigkeit, da drüben helfen meine beiden Kinder auch schon mit“, sagt der freiwillige Helfer Matthias Lücke.

Uneigennützige Hilfsbereitschaft

Sein Kollege Jörn Darius nickt. „Das ist so ein schöner Fleck Erde hier, da lohnt es sich, den zu erhalten. Ich kenne das Bad noch aus meiner Kindheit. Schon ich habe hier schwimmen gelernt.“ Angesichts dieser uneigennützigen Hilfsbereitschaft zieht der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner (SPD) seinen Hut. Auch er war am Samstag mit dabei und schob eine Karre Sand nach der anderen zu den Verlegern der Gehwegplatten. „Ich helfe jedem Verein, wo ich kann. Das ist für mich als Bürgermeister der Gemeinde eine Selbstverständlichkeit.“

Der Vorsitzende des Fördervereins des Langenweddinger Freibads, Norbert Dregger, ist „begeistert, wie toll die Menschen diese Arbeit annehmen. Die Gemeinde muss da gar nichts sagen, die packen alle einfach nur mit an.“ Plan sei es heute, die 1700 Gehwegplatten mit einem Gesamtgewicht von über 28 Tonnen zu verlegen. Am Herrentag, Donnerstag, 10. Mai, wolle man hier die erste Party mit Live-Musik feiern. Jetzt muss Dregger aber erst mal an den Grill. Schließlich gilt es, die fleißigen Helfer mittags zu versorgen.

Zwei der Freiwilligen sind Marie Schmidt und Kathrin Gundrum. Sie stehen mit Schippen bewaffnet am Sandhaufen und warten auf die nächsten Helfer, die mit ihren leeren Schubkarren zurück kommen.

Flüchtlinge aus Syrien helfen mit

„Für mich ist das besonders schön, hier zu helfen. Ich bin erst im Oktober nach Langenweddingen gezogen und kann jetzt hier die Menschen kennen lernen“, verrät Marie Schmidt. Extra aus Magdeburg ist Kathrin Gundrum gekommen. Sie ist Mitglied beim Magdeburger Sportverein (MSV) Elbe. „Wir dürfen hier im Sommer immer trainieren. Da ist es doch klar, dass wir hier mithelfen und so Danke sagen.“

Auch Mohammed Darwisch und zwei weitere Flüchtlinge aus Syrien kommen aus Magdeburg. Sie nehmen dort an einem Projekt des Bundesfreiwilligendienstes teil. Auch der Langenweddinger Klaus Jacobs arbeitet dort und hat sie gefragt, ob sie am Wochenende nicht in Langenweddingen helfen wollten. Darwisch: „Klar, da machen wir mit, haben wir sofort geantwortet.“