Oschersleben l „Die FOS gibt es seit Anfang des Schuljahres bei uns“, berichtet Toralf Schröder. Er ist der stellvertretende Leiter der Berufsbildenden Schulen. Die Einführung des neues Ausbildungsweges mit dem Schwerpunkt Gesundheit sei zügig erfolgt. „Erst Ende Juni 2019 haben wir dazu die Erlaubnis bekommen“, so Schröder. „Doch dank der Unterstützung durch das Arbeitsamt haben wir es geschafft, dass 15 Schüler diesen neuen Bildungsweg bestreiten.“

Ausbildung oder Studium?

Das Besondere an der „Fachoberschule Gesundheit und Soziales“: In zwei Jahren erlangen die Jugendlichen die Fachhochschulreife. Dann können sie entscheiden, ob sie studieren möchten oder beispielsweise eine Ausbildung zum Erzieher beginnen wollen.

Den Unterschied zu anderen Bildungswegen macht Ina Ahlfeld deutlich. Sie leitet die Fachschaft Gesundheit, Pflege, Hauswirtschaft und ist zugleich die Klassenlehrerin der „FOS Gesundheit“. Um die Fachhochschulreife zu erlangen, könnten Jugendliche nach dem Realschulabschluss beispielsweise eine andere Ausbildung absolvieren und anschließend ein Jahr Fachoberschule dranhängen. Das dauere ein Jahr länger.

Wer mit einem Realschulabschluss in der Tasche Erzieher werden möchte, müsse zunächst eine zweijährige Ausbildung zum Kinderpfleger abschließen. Erst dann folge die dreijährige Erzieher-Ausbilung. Wer ohne Umweg Erzieher werden möchte, braucht dafür das Abitur, erklärt Ina Ahlfeld.

15 Jugendliche in diesem Jahr

Die „Fachoberschule Gesundheit und Soziales“ richtet sich dagegen an Jugendliche mit einem guten Realschulabschluss beziehungsweise einem erweiterten Realschulabschluss. Zu den 15 Jugendlichen, die die „FOS Gesundheit und Soziales“ besuchen, gehören Bastian Zörner und Lenya-Marie Krüger. Beide wollen unbedingt studieren. „Das ist mein größter Traum, der mir auf diesem Weg ermöglicht wird“, berichtet Lenya-Marie Krüger. Sie möchte in Richtung Pädagogik gehen und später beim Jugendamt arbeiten, um anderen Menschen zu helfen. Bastian Zörner locken eher die Bereiche Medizin oder Psychologie.

Wie Ina Ahlfeld betont, gehört zum ersten Jahr der „FOS Gesundheit und Soziales“ ein Betriebspraktikum im Umfang von 800 Stunden. Umgerechnet sind das drei Tage pro Woche im Betrieb und zwei in den BBS. Das zweite Jahr werde dann komplett an der Schule verbracht. Infrage kämen für das Betriebspraktikum beispielsweise Seniorenheime, Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Physiotherapie-Praxen oder Firmen im Bereich der ambulanten Pflege.

30 Plätze im nächsten Jahr

Wie Toralf Schröder mitteilt, gibt es zum Abschluss der Fachoberschule zentrale Prüfungen in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch. Hinzu kämen weitere Prüfungen, die vor Ort an den BBS abgehalten würden. Wie Ina Ahlfeld ergänzt, liegen die geforderten Leistungen nahe am Abitur-Niveau.

Im kommenden Schuljahr soll die „FOS Gesundheit und Soziales“ insgesamt bis zu 30 Plätze bieten. „Einige sind schon weg“, berichtet Ina Ahlfeld. „Wer mag, kann sich jetzt schon mit seinem Halbjahreszeugnis bewerben und damit die Grundlage für einen guten Karrierestart legen.“ Darüber hinaus sei es möglich, direkt in die zwölfte Klasse einzusteigen, falls der Betreffende bereits eine Ausbildung im Gesundheitsbereich vorzuweisen hat.

Weitere Informationen zu den BBS Oschersleben und der „Fachoberschule Gesundheit und Soziales“ gibt es im Internet unter www.europaschule-oschersleben.de.