Gröningen l „Mit diesem Grundsatzbeschluss wollen wir für die Eltern und alle anderen Bürger das Signal setzen, dass die Verbandsgemeinde alle sieben Kindertagesstätten in der Westlichen Börde erhalten will“, sagte Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz Dienstagabend während einer Sitzung des Bau- und Brandschutzausschusses. Zweitens soll mit diesem Beschluss laut Stankewitz dem neuen Verbandsgemeinderat, der am 26. Mai 2019 gewählt wird, „etwas mitgegeben werden“. Und zum Dritten würde die für Kita-Sanierungen zuständige Verbandsgemeinde auf Grundlage dieses Beschlusses in der Lage sein, die Vorbereitungs- und Planungsarbeiten für die Sanierungsprojekte Kindertagesstätte Ottleben und Kindertagesstätte Wulferstedt fortzusetzen. „Damit würden wir keine Zeit verlieren“, so Fabian Stankewitz.

Mit diesen Argumenten rennt Stankewitz bei den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates scheinbar offene Türen ein. Denn nachdem schon der Schul- und Sozialausschuss am 25. April 2019 dem besagten Grundsatzbeschluss zum Erhalt aller sieben Kindertagesstätten zugestimmt hat, gab es nun auch in der Sitzung des Bau- und Brandschutzausschusses ein einstimmiges Votum. Obwohl vor der Abstimmung ein Änderungsantrag abgelehnt worden ist, sowie einige Ausschussmitglieder mit offenem Visier diskutiert haben und dabei dem Anschein nach die eine oder andere noch offene Rechnung beglichen werden sollte.

Rat hat das letzte Wort

Vor allem mit Blick auf die Kindertagesstätten Ottleben und Wulferstedt haben sich die Gemüter erhitzt. Sind doch genau diese beiden Kitas die großen Sorgenkinder der Verbandsgemeinde. „Leider wurden an den Gebäuden dieser Kitas derartige Mängel festgestellt, dass die Summe der einzelnen Sanierungen bei deutlich mehr als einer Million Euro liegen werden“, heißt es dann auch in der Begründung des besagten Grundsatzbeschlusses. In der zudem steht: „Bei den Bürgern kam die Befürchtung auf, dass möglicherweise Kindertagesstätten geschlossen beziehungsweise zusammengelegt werden sollen, um Kosten zu sparen. Dies ist nicht Ziel der Verbandsgemeinde.“ Überdies sieht der besagte Grundsatzbeschluss vor, dass zuerst die bereits begonnene und inzwischen unterbrochene Sanierung der Kita Ottleben fortgesetzt und beendet und erst danach die Kita Wulferstedt allumfassend in Angriff genommen wird.

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Wobei aber unabhängig von dieser grundsätzlichen Sanierung oder auch einem möglichen Kita-Neubau, am derzeitigen Gebäude der Wulferstedter Kindertagesstätte schon jetzt einige Mängel beseitigt werden sollen, um den Kita-Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu dürfen. Dabei geht es um statische und brandschutztechnische Maßnahmen, die vom Landkreis gefordert werden. So sollen unter anderem kurzfristig für etwa 30.000 Euro kritische Bereiche im Dachstuhl „ertüchtigt“ und ein Brandschutzkonzept erstellt werden. Auch dafür hatte der Bauausschuss einen Beschlussentwurf vorliegen, dem er einstimmig befürwortet hat. Nun hat der Verbandsgemeinderat am 6. Juni 2019 das letzte Wort, bevor der neue Rat die Geschicke der Westlichen Börde und damit auch die Verantwortung über die Zukunft der Kitas übernimmt.