Bahnhof

Bewos und Oschersleben auf Werbetour

Bau- und Verkehrsminister Thomas Webel war zu Besuch in Oschersleben. Er machte einen Rundgang durch das alte Bahnhofsgebäude.

Von Yvonne Heyer

Oschersleben l Minister Thomas Webel (CDU) wurde im Gästehaus der Bewos, unmittelbar am alten Bahnhofsgebäude gelegen, von Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth, Landrat Hans Walker (CDU)und Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos) sowie Vertretern des Stadtrates begrüßt. Auch Stadtchronist Dr. Günther Blume hatte sich auf den Weg zum altehrwürdigen Bahnhof gemacht. Er berichtete den Gästen, dass der Oschersleber Bahnhof einst zu den ältesten Bahnhofsknotenpunkten Deutschlands gehörte. Er schlug zugleich vor, im alten Bahnhof Räumlichkeiten zu schaffen, die eben an diesen alten Bahnhofsknotenpunkt erinnern.

Thomas Harborth berichtete, dass das Gästehaus der Bewos mit Schnittstelle für Bus und Bahn „der strategische Ausgangspunkt zur Sanierung des Bahnhofsgeländes gewesen ist. Auch den alten Bahnhof wollen wir so weiter entwickeln“, erklärte Harborth. Gemeinsam mit der Stadt habe die Wohnungsbaugesellschaft einen Fördermittelantrag aus dem Stadtumbau-Programm gestellt. Damit solle das Bahnhofsgebäude wieder belebt werden. Perspektivisch werde die Bewos hier ihren auch Sitz haben. Noch im vergangenen Jahr habe der Oschersleber Stadtrat grünes Licht für eine neue Schwimmhalle gegeben. Diese werde ebenso ihren Platz auf dem Bahnhofsgelände bekommen. Weil es nur Sinn mache, die gesamte Fläche rund um den alten Bahnhof zu entwickeln. Die Sanierung des alten Bahnhofsgebäudes plus Bau einer Schwimmhalle umfassen insgesamt ein Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro. Um das gemeinsame Projekt von Stadt und Bewos umsetzen zu können, werde auf Unterstützung durch Fördermittel gehofft. „Hätte die Stadt denn die nötigen Eigenmittel?“, fragte Webel in Richtung Bürgermeister. „Noch haben wir sie“, konterte Kanngießer.

Zahlreiche Projekte konnten in den vergangenen Jahren mit Hilfe des Stadtumbau-Programms in Oschersleben umgesetzt werden, wie Bürgermeister Benjamin Kanngießer noch einmal Revue passieren ließ. „Die Maßnahmen haben Spuren in der Stadt hinterlassen“, wie er sagte. Die Förderungen im sechs- oder siebenstelligen Bereich hätten wesentlich zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität in Oschersleben beigetragen. Nun würden Bewos und die Stadt wieder darauf hoffen, dass das Land die Projekte am alten Bahnhof wiederum unterstütze. Der gemeinsame Fördermittelantrag wurde noch Ende letzten Jahres gestellt.

Mit Thomas Webel war auch Klaus-Rüdiger Malter, Geschäftsführer der Nasa Sachsen-Anhalt nach Oschersleben gekommen. Er konnte mit wertvollen Informationen zum Förderprogramm „Revita“ aufwarten. Mit Hilfe dieses Programmes können ehemalige und heruntergekommene Empfangsgebäude von Bahnhöfen saniert und für die Fahrgäste hergerichtet werden. Im künftigen Nutzungskonzept des alten Bahnhofsgebäudes von Oschersleben müssten allerdings Maßnahmen umgesetzt werden, die unmittelbar mit dem Reiseverkehr, beispielsweise müsste der Verkauf von Fahrkarten wieder im alten Bahnhofsgebäude angesiedelt werden, zu tun haben und die Aufenthaltsqualität für die Reisenden steigere.

Nach so vielen Worten rund um das alte Bahnhofsgebäude war der Minister natürlich neugierig geworden. Und so machten sich alle Teilnehmer der Zusammenkunft auf den Weg in das alte Bahnhofsgebäude. Hier wurde zunächst ein alter Balken bestaunt, der noch aus den Anfängen des Bahnhofs stammt und damit rund 170 Jahre alt ist. Schließlich ging es durch unzählige Räume, treppauf, treppab. Dabei wurden auch viele Erinnerungen ausgetauscht. Dabei sollte der Intershop genauso eine Rolle spielen wie der Kartoffelsalat mit Würstchen aus der Mitropa oder die Bahnsteigkarten, die für 20 Pfennige gelöst werden mussten. Und natürlich konnten sich viele „Rundgänger“ auch noch an die Waage erinnern, die für 10 Pfennige das aktuelle Gewicht preisgab.