Neindorf l Der erste Spatenstich zum Start des Breitbandausbaus ist in diesem Fall nur symbolisch gemeint. Spaten gab es in der Neindorfer Straße Schlossgarten nicht. Das Buddeln erster Gräben für das Glasfaserkabel übernehmen Mini-Bagger. Sie graben auch nur punktuell, die Kabel werden „durchgeschossen“. Die Gäste des offiziellen Starts des Breitbandausbaus in den Ortsteilen von Oschersleben konnten sich aber in jedem Fall davon überzeugen, dass die Tiefbauarbeiten für den Breitbandausbau tatsächlich los gegangen sind, der von langer Hand geplante kommunale Breitbandausbau geht nun in die Bauphase über.

Zum symbolischen ersten Spatenstich sagte Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos): „Der Start des Breitbandausbaus ist für die Stadt Oschersleben eine wichtige Etappe. Seit die Breitbandengel die Bürger in den Ortsteilen informierten, ist jede Menge Zeit vergangen. Der erste Spatenstich, wenn auch ohne Spaten, zeigt, dass es tatsächlich los geht“, so Kanngießer. Die für die technische Ausführung verantwortlichen Firmen hätten sich in Oschersleben angesiedelt und jede Menge Rollen, mit dem benötigten Glasfaserkabel seien angekommen. Für eine größere Wirtschaftlichkeit wünsche sich der Bürgermeister, dass noch mehr Grundstückseigentümer auf den Zug aufspringen.

50 Hausanschlüsse geplant

Neindorfs Ortsbürgermeister Dr. Wolfgang Nehring freut sich, dass der Start für den Bau des Highspeed-Internets „ausgerechnet“ in seinem Dorf erfolgt. „Die Bürger können sich nun besser die digitale Welt erschließen und nutzen. Ich finde es vor allem wichtig, dass in dieser Hinsicht der ländliche Raum nicht abgehängt wird.“

Von der Stadt wurde das Unternehmen EKN mit der Planung und Baudurchführung beauftragte. In Neindorf werden die Tiefbauer nun gut ein viertel Jahr zu tun haben, um die aktuell vertraglich gesicherten 50 Hausanschlüsse zu bauen. „Nachzügler“, die jetzt mit dem tatsächlichen Baustart die letzte Skepsis überwunden haben und nun doch noch einen Hausanschluss wünschen, können sich, aber nur so lange die Tiefbauer in Neindorf aktiv sind, in der Stadtverwaltung, bei Netzbetreiber DNS:Net oder bei den Tiefbauern vor Ort melden und so in den Genuss eines kostenlosen Anschlusses kommen.

Zum nun gestarteten ersten Bauabschnitt gehören die Ortsteile Neindorf, Neubrandsleben sowie das Gewerbegebiet „Am Pfefferbach“. „Zudem werden im Zuge des ersten Bauabschnittes auch die Schulen in der Kernstadt mit Gigabit-Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Insgesamt werden so etwa 200 Haushalte bzw. Gewerbebetriebe in diesem ersten Schritt erschlossen“, teilt Matthias Steffen, Leiter des Büros des Bürgermeisters der Stadt Oschersleben, mit.

1,9 Millionen Euro trägt die Stadt

Dass in Neindorf und Neubrandsleben sowie in den Gewerbegebieten von Oschersleben mit dem Breitbandausbau begonnen werde, habe mehrere Gründe. In der Helios Börde-Klinik werde dringend ein leistungsstarkes Internet gebraucht. Auch die Untenehmen im Gewerbegebiet „Am Pfefferbach“ beklagen schon lange die fehlenden aber dringend benötigten Gigabit-Glasfaseranschlüsse. Ausschlaggebend sei zudem gewesen, dass in diesem ersten Abschnitt keine Bahnlinie gequert werden müsse. „Zudem kommt das Hauptsignal, der Hauptstrang des Netzwerkes, der sogenannte Backbone, aus dem Norden. Dort schließen wir uns an“, so Steffen. Für den ersten Bauabschnitt sind vier Monate eingeplant. Nicht vorhandene Tiefbaukapazitäten am „überhitzten“ Markt seien Schuld, dass der Breitbandausbau erst jetzt mit großer Verzögerung starten kann.

In den ersten Bauabschnitt werden insgesamt drei Millionen Euro fließen. Davon übernimmt der Bund 1,1 Millionen Euro. Der verbleibende Eigenanteil für die Stadt Oschersleben in Höhe von 1,9 Millionen Euro wird über einen zinsgünstigen Kredit abgedeckt, welcher mit den Pachteinnahmen getilgt wird. „Insofern ist die Maßnahme haushaltsneutral und schränkt die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt Oschersleben an anderer Stelle nicht ein“, erklärt Steffen Matthias. Im nächsten Schritt bekommen Beckendorf, Hordorf und möglicherweise Schermcke das Gigabit-Glasfasernetz. Weitere Details sind auf der Website der Stadt Oschersleben unter www.oscherslebenbode.de/Breitbandausbau  zu finden.