Großalsleben l Für Lucas Veckenstedt ist es die achte Freibadsaison im idyllisch gelegenen Großalsleber Freibad. Doch bevor sich die ersten Badegäste an dieser Idylle und am kühlen Nass erfreuen können, liegt erst einmal jede Menge Arbeit vor dem Schwimmmeister.

„Der erste Akt ist stets das Auffüllen der Leitungen mit Wasser. Dabei werden Trapse, Verbindungen und die Leitungen kontrolliert, ob alles dicht ist, ob sie den Winter gut überstanden haben“, erklärt Lucas Veckenstedt. Im zweiten Akt nimmt er sich das Grundstück vor. Das trockene Laub muss von den Liegewiesen geharkt werden, trockene Äste haben hier nichts mehr zu suchen.

Ist das alles erledigt, beginnt die Arbeit an den Becken. Das Großalsleber Freibad hat ein Nichtschwimmerbecken, das zehn mal zehn Meter groß ist. Das Schwimmerbecken ist 25 mal 10 Meter. Alles in allem fassen sie 600 Kubikmeter Wasser. Gut die Hälfte wird zum Winter abgelassen, um die Folien zu schützen.

In der kommenden Woche wird Lucas Veckenstedt die Becken leer laufen lassen und dann reinigen. Das wird gut eine Arbeitswoche in Anspruch nehmen. Ebenso lange dauert es, neues Wasser in die Becken laufen zu lassen.

Aktuell liegt eine wahre Sisyphus-Arbeit vor ihm. Die Überlaufrinne, die komplett um beide Becken verläuft, ist defekt, undicht. Mit der Folge, dass das Wasser wegläuft. Bevor also die neue Saison starten kann, muss die Rinne repariert werden. Silikon zum Abdichten hat nichts gebracht, nun soll ein Flüssigkunststoff die Fugen abdichten. „Es sind wohl 200 Fugen, die eingepinselt werden müssen. Eine Arbeit, die viel Disziplin verlangt. Es ist mühevoll, aber auch sehr wichtig“, meint Lucas Veckenstedt. Ab Mittag kommt ein zweiter Kollege hinzu, wird Lucas Veckenstedt entlastet.

Normalerweise wird im Großalsleber Freibad am 15. Mai die Badesaison eröffnet. Ob das auch 2020 so sein wird, steht aktuell in den Sternen. „Wir absolvieren die vorbereitenden Arbeiten pünktlich wie immer, damit wir, wenn sich das öffentliche Leben normalisiert, das Bad eröffnen können“, meint der Schwimmmeister. Genau so sieht es auch Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Nicole Schliebener. „Wir warten erst einmal ab, was unsere Regierung heute berät. Ich gehe nicht davon aus, dass wir das Freibad am 15. Mai eröffnen können. Dennoch muss es gepflegt werden. Und wenn eine Eröffnung irgendwann möglich ist, sind wir vorbereitet“, so Nicole Schliebener.

Das Großalsleber Freibad gibt es seit 1965, wird also in diesem Jahr 55 Jahre alt. Das Bad lockt alljährlich viele Badegäste auch aus der Umgebung an, da es hier irgendwie gemütlicher zugeht als in größeren Freibädern. Jahr für Jahr wurde in das Bad investiert, um es erhalten zu können.