Oschersleben l Der grobe Fahrplan steht: Gesundheit geht vor. Nur langsam werden die Kinder und Jugendlichen an die Schulen zurückkehren.

Die Schulen in Sachsen-Anhalt beginnen am kommenden Donnerstag, den 23. April, mit den Prüfungsvorbereitungen. „Dazu werden alle Schulen, in denen Abschlussjahrgänge beschult werden, den Betrieb aufnehmen und prüfungsvorbereitenden Unterricht durchführen“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Bidlungsministerium.

Derweil beginnen in den Schulen in Oschersleben die Lehrer mit den Vorbereitungen. Solch eine Situation hat Bernd Malkowski in seinen 29 Jahren als Schulleiter noch nicht erlebt. An seinem Gymnasium werden gerade Stühle und Bänke verrückt: Ab Donnerstag starten an dem Gymnasium 76 Schüler wieder mit dem Lernen. „Wir sind als Schule angehalten, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten“, sagt Bernd Malkowski. Dazu zähle ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter. Alles wurde genau ausgemessen. Nicht benötigte Stühle und Tische werden aus den Räumen heraus geräumt, damit keiner der Mädchen und Jungen auf die Idee komme, sich zu nah an seine Mitschüler zu setzen.

Vorrangig werden die prüfungsrelevanten Fächer unterrichtet, wie der Schulleiter des Gymnasiums sagt. Die Zeit müsse nun intensiv genutzt werden, denn ab dem 4. Mai starten die Prüfungen für die Abiturienten, sagt Malkowski. Einige seiner Lehrer berichten, dass sich viele Schüler geradezu danach sehnen, wieder in die Schule gehen zu dürfen.

Prüfungen Anfang Mai

„Unsere Schüler schreiben alle im ersten Zeitraum, vom 4. bis 9. Mai, ihre Prüfungen“, sagt Malkowski. Dann gilt es, für vier schriftliche Prüfungen und eine mündliche vorbereitet zu sein. Gestaffelt, in kleinen Gruppen von fünf bis neun Schülern, werden die Zwölftklässler dann ab Donnerstag von den prüfenden Fachlehrern auf ihr Abitur vorbereitet.

Die Organisation für die Abschlussjahrgangsstufe des Abiturs konzentriert die verbleibende Zeit auf den Notenschluss und eine fokussierte Prüfungsvorbereitung in den schriftlichen Prüfungsfächern. Auch wenn die Details noch nicht ganz klar sind und Lehrer wie Schüler aufgeregt in diese neue Zeit starten: Diese Ausnahmesituation müsse mit Ausnahmeregeln bewältigt werden, so Malkowski. „Wir ziehen das durch“, sagt der Philosophielehrer.

Auch an der Sekundarschule „A.S. Puschkin“ lichten sich die Reihen zwischen den Stühlen und Bänken in den Klassenräumen. Nicht benötigtes Mobiliar wird zur Seite geräumt. Ab Donnerstag sollen auch hier wieder Schüler mit dem nötigen räumlichen Abstand auf ihre Prüfungen vorbereitet werden.

„Die Schüler der Abschlussjahrgänge wissen Bescheid und sind informiert“, sagt Astrid Ribke. Die Schulleiterin hat die Situation auch als Chance genutzt, um die Digitalisierung ihrer Schule voran zu bringen. Dafür hätten sich die Fortbildungen einiger Kollegen im Bereich der neuen Medien ausgezahlt. Die Digitalisierung bekomme durch Corona einen Riesenschub, sagen auch Bildungspolitiker. Lehrkräfte und Schüler hätten sich in den letzten Wochen intensiv mit den Möglichkeiten digitaler Plattformen und Instrumente befasst. Trotz der schwierigen Situation habe die Sekundarschulleiterin auch viele positive Rückmeldungen von Eltern und Schülern erhalten.

Neue Fragen

Aber die Neuigkeiten aus der Staatskanzlei werfen auch Dutzende neue Fragen auf. Wie es genau weitergeht, würden die nächsten Wochen zeigen, sind sich die Schulleiter einig. Eine Rückkehr in die Normalität werde es so schnell wohl nicht geben.

Klassenräume mit großen Abständen zwischen Stühlen und Bänken, Lerngruppen in kleinen Einheiten, verstärkte Hygieneregeln: Darauf komme es jetzt an, bestätigen die Schulleiter.

Die Schulen in Sachsen-Anhalt können nach Einschätzung von Bildungsminister Marco Tullner (CDU) in zwei Wochen wieder öffnen. „Wir haben jetzt das klare Signal, dass die Schulen in einem ersten sehr bedachtsamen Schritt in zwei Wochen öffnen“, teilte Tullner mit. „Wir werden die Rahmenbedingungen im Land schaffen und Schulen und Schulträger bei der Organisation des anlaufenden Schulbetriebes unterstützen“, so der Minister. Dazu sollen Schulen und Schüler noch in dieser Woche weitere Informationen bekommen.