Ausleben l Auch wenn auf dem Weg zum neuen Eigenheimgebiet noch nicht alle Hürden genommen sind, ist Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt optimistisch. Er geht sogar davon aus, dass noch 2019 für die insgesamt acht Grundstücke alle Versorgungsleitungen in die Erde kommen und die Wohngebietsstraße bis auf die oberste Schicht fertig wird. So dass die Häuslebauer gleich Anfang 2020 anfangen können, ihr neues Zuhause zu erreichten. Für mehr als die Hälfte der künftigen Wohnquartiere gibt es bereits handfeste Interessenten.

Jenes neue Wohngebiet, das sich gleich neben der vor zwei Jahren in Ottleben entstandenen Fünf-Häuser-Wohnanlage „Waldblick“ befindet, hat auch schon einen Namen. Es heißt „Hohe Worth“, wie der Ausleber Gemeinderat nach einer doch längeren Diskussion mehrheitlich entschieden hat.

Regenwasserkanal schon gelegt

Der Name ist aber längst nicht alles, was es bereits gibt. „Wir haben inzwischen auch schon einen Regenwasserkanal von der benachbarten Wohnanlage bis zum neuen Eigenheimgebiet gelegt“, sagt Dietmar Schmidt. So dass es mit Beginn der Erschließungsarbeiten nun ein Leichtes sein werde, die „Hohe Worth“ mit der zentralen Regenwasserentsorgung zu verbinden. Wie aus Sicht von Dietmar Schmidt die Erschließung des neuen Eigenheimgebiets eigentlich insgesamt problemlos verlaufen könnte. Zu der neben der Regenwasserentsorgung auch noch der Bau ein Abwasserkanals, einer Trinkwasserleitung und einer Wohngebietsstraße gehört. Was für die Gemeinde etwa 180.000 Euro kosten werde, die im Haushalt für dieses Jahr berücksichtigt worden sind und mit dem Verkauf der Grundstücke wieder in die Gemeindekasse zurückfließen werden, so der Bürgermeister.

Der sich aber im Klaren darüber sei, dass das alles nur dann optimal funktionieren werde, wenn auch die noch erwähnten Hürden genommen sind.

Träger sind einbezogen

Denn bei der Planung des neuen Wohngebiets auf dem bereits als Bauerwartungsland ausgewiesen Areal sind nun die Träger der öffentlichen Belange einbezogen, sprich um ihre Meinung gebeten worden. Und was da so als Reaktionen und Forderungen aufgelaufen ist, sei für den Bürgermeister nicht nachvollziehbar gewesen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, ärgert sich Dietmar Schmidt noch immer.

Da hatte zum einen die Naturschutzbehörde des Landkreises kritisiert, dass zwei Linden gefällt werden sollen und dadurch ein Allee-Charakter verloren gehe. „Da geht kein Allee-Charakter verloren. Außerdem werden wir natürlich Ersatzpflanzungen vornehmen“, sagt Dietmar Schmidt.

Weiterhin vermutet die Denkmalbehörde des Landes an dieser Baustelle eine historische Siedlung, wie sie in ihrer Stellungnahme geschrieben hatte und der Bürgermeister dazu bereits vor einigen Wochen in einer ersten Reaktion gesagt hat: „Das ist doch eher ausgeschlossen. Wir haben vor ein paar Jahren gleich nebenan fünf Eigenheime gebaut, dabei sind keinerlei Hinweise auf historische Besiedlungen gefunden worden.“

Bis Ende 2019 erschließen

Noch unverständlicher für Dietmar Schmidt war die Forderung des Landes, dass die Gemeinde Ausleben nachweisen solle, was aus den 20 innerörtlichen Baulücken geworden ist, die einst in Ausleben ausgewiesen worden sind. „Von diesen Baulücken sind doch inzwischen bereits 18 mit neuen Häuser bebaut,“ so der Ausleber Bürgermeister, der im Rahmen dieser Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zum geplanten neuen Wohngebiet noch ein weiteres Schriftstück vom Land bekommen hatte, in dem es unter anderen heißt: „Mit der Umsetzung der Planung würde sich die Möglichkeit eröffnen, dass in diesem neuen Baugebiet künftig 30 bis 40 Bewohner leben könnten. Es ist anzunehmen, dass diese Größenordnung jedoch für die Gemeinde Ausleben das Maß der Eigenentwicklung übersteigt, da dieser keine zentralörtliche Funktion zugeordnet worden ist.“ Das sei eine Aussage, die nach Auffassung des Bürgermeisters dem Grundprinzip der kommunalen Selbstverwaltung der Gemeinden widersprechen würde.

Dieser Meinung seien auch die Mitglieder des Ausleber Gemeinderates. „In unserer vergangenen Sitzung haben wir alle Hinweise ausgewertet, die von den Trägern öffentlicher Belange zu diesem Bauprojekt gekommen sind. Bei der Abwägung dieser Hinweise hat der Gemeinderat sämtliche Punkte einstimmig zu Gunsten des Baugebiets beschlossen“, sagt Dietmar Schmidt. Alle entsprechenden Behörden haben nun das Protokoll dieser Gemeinderatssitzung bekommen und etwa vier Wochen Zeit, gegebenenfalls noch einmal zu reagieren.

Gibt es keine neuerlichen Reaktionen, wird das Bauprojekt weiter vorbereitet, vor allem der Bau der etwa 120 Meter langen Wohngebietsstraße ausgeschrieben, in die unter anderem ein Schmutzwasser- und ein Regenwasserkanal wie auch weitere Versorgungsleitungen verlegt werden. „Wir wollen dann bis Ende des Jahres das Wohngebiet erschlossen haben“, sagt Dietmar Schmidt.